Christian Dürr (44), Wirtschaftswissenschaftler und bisheriger Fraktionsvize der FDP im Bundestag, hat seiner Partei angeboten, für den Vorsitz der FDP-Bundestagsfraktion zu kandidieren. Er würde dann im Fall der Wahl die Nachfolge von Christian Lindner antreten, der neuer Bundesfinanzminister werden soll. Parlamentarischer Geschäftsführer, so schlägt Dürr vor, könne Johannes Vogel aus NRW werden.

Sollte der Vorschlag auf breite Zustimmung stoßen, womit gerechnet wird, wäre Dürr als Niedersachse in einer zentralen Funktion im Führungstableau in der Ampel-Koalition in Berlin. Der gebürtige Delmenhorster, der in Ganderkesee (Kreis Oldenburg) wohnt, schloss sich 1995 den Jungen Liberalen an, wurde später Landesvorsitzender und kam 2003 als FDP-Abgeordneter in den Landtag. Er wurde dort parlamentarischer Geschäftsführer und von 2009 bis 2017 Fraktionschef, als solcher schärfte er sein Profil als leidenschaftlicher Redner.

Vor vier Jahren kam er dann erstmals in den Bundestag, bisher war er dort Vize-Fraktionschef für den Bereich Finanzen. Dürr, der Wirtschaftswissenschaften in Hannover studiert hat und Diplom-Ökonom ist, leitet den Bezirksverband Oldenburg der FDP. Parteiintern wird er dem wirtschaftsliberalen Flügel zugeordnet, der sich in einigen Positionen vom linksliberalen Flügel unterscheidet.