TagesKolumne

Farbenlehre

17.06.2021
Lesezeit: 1 Minute

Manchmal macht man es den Corona-Kritikern aber auch wirklich zu einfach. Es ist ja kein Wunder, wenn sie sich nun darüber wundern, dass das RKI die Gebiete mit einer Nuller-Inzidenz nicht in Grün, sondern in Grau anzeigt. Nachdem alles tiefrot war, und dann nach und nach zu Orange und Gelb wechselte, kommt jetzt: Grau.
Dabei steht die Farbe doch eher für Tristesse und Sorgen. Graue Haare findet man ja schließlich auch nur bei George Clooney oder Patrick Dempsey gut.
Vielleicht wollte das RKI aber auch einfach keine Wahlkampfhilfe für Annalena Baerbock leisten. Das ganze Land in grüner Farbe, und das kurz vor der Bundestagwahl – wie sieht denn das aus?

Viele Referendare an niedersächsischen Schulen haben vor ihrer Prüfung in den vergangenen Monaten eher Rot als Grau gesehen. Schließlich sollten sie vor Klassen unterrichten, die sie teilweise so gut wie nie gesehen hatten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nahm Kontakt mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne auf und der ärgerte sich nicht grün und blau sondern zeigte sich in der Stimmungs-Farbe Gelb: freundlich, optimistisch, offen.
Wie die Lösung aussah und warum Referendare teilweise immer noch mit den Nachwehen der Corona-Krise zu kämpfen haben, lesen Sie heute bei uns.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius wäre bestimmt sauer, wenn man ihn mit der Farbe Braun in Verbindung bringen würde. Dabei steht sie eigentlich für Zuverlässigkeit, Authentizität und Bodenständigkeit, ist im politischen Raum aber ziemlich verbrannt.
Pistorius will nach dem verrückten Greenpeace-Vorfall vor dem EM-Spiel zwischen Deutschland und Frankreich keine generellen Flugverbotszonen über Fußballstadien. Zugleich zeigt er aber Doofheit die rote Karte. Rechtsstaatliche Grenzen und Regeln würden auch für diejenigen mit legitimen Zielen gelten, sagte er an die Adresse der Flugvereinigung Greenpeace. Das nächste Mal wird den Aktivisten einfach der Schlüssel für ihr Fluggerät weggenommen und auf der Zugspitze versteckt.

Hier noch die beste Unterzeile des gestrigen Tages: „mmm mmm mmm“ schrieb die „Bild Hannover“ unter die Schlagzeile, dass die Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer wieder geöffnet ist. Ob das nun Bezug nahm zum Song „Mmh Mmh Mmh Mmh“ von den Crash Test Dummies aus dem Jahr 1993 oder ob es eher ein kopfwiegender, skeptischer Verzögerungslaut sein sollte, ist nicht bekannt. Vielleicht geht es aber auch um die neue portugiesische Küche im örtlichen Restaurant.

Wir wünschen Ihnen an dieser Stelle nicht nur ein grünes (ruhig und entspannend), sondern auch ein gelbes (hell und heiter) und natürlich ein pinkes (freundlich und romantisch) Wochenende. Treiben Sie es bunt!

Martin Brüning