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FDP zieht mit Dürr an der Spitze in den Wahlkampf

05.06.2021
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Die niedersächsische FDP geht mit dem 44-jährigen Christian Dürr aus Ganderkesee als Spitzenkandidat in die Bundestagwahl. Dürr, der Vize-Chef der FDP-Fraktion im Bundestag ist, wurde auf einem Parteitag in Hildesheim mit knapp 95 Prozent auf den ersten Listenplatz gewählt.

Die nächsten Plätze gingen an den Rechtsanwalt Jens Beeck (Emsland) und die 35-jährige Finanzberaterin Anja Schulz aus Uelzen. FDP-Landesgeneralsekretär Konstantin Kuhle aus Göttingen wurde mit 97 Prozent der Stimmen auf den vierten Platz gewählt.

Es folgen: Der Unternehmensberater Knut Gerschau aus Hannover und der ehemalige Landes-Generalsekretär Gero Hocker aus Verden. Erst auf dem achten Platz folgt mit Anikó Merten aus Braunschweig die zweite Frau auf der Liste.

Was den Platz von Gerschau anging, hatte in der Versammlung der Bundestagsabgeordnete Grigorios Aggelidis (Neustadt am Rübenberge) sein Glück versucht, doch verloren – die Mehrheit gab dem neuen Bewerber Gerschau aber im zweiten Wahlgang den Vorzug.

Emsland-Konflikt bricht auf dem Parteitag aus

Auch ein Emsland-interner Konflikt überschattete das Delegiertentreffen, denn der frühere Kreisvorsitzende Clemens-Paul Schulte behauptete, die Delegiertenwahlen im Emsland seien nicht korrekt gelaufen. Er beantragte, die zehn emsländischen Delegierten auszuschließen, da sie von einer nicht mehr befugten Versammlung gewählt worden seien. Die große Mehrheit indes lehnte Schultes Antrag ab. Später trat Schulte auf Rang zwei gegen Beeck an, unterlag aber deutlich.

In seiner Grundsatzrede erklärte zu Beginn der Tagung der FDP-Landesvorsitzende Stefan Birkner, selbst das Umfeld von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verstehe die Details der komplizierten Corona-Verordnung nicht mehr, dies sei der Ausdruck von „Regierungsversagen“. Die FDP wolle eine „Lockdown-Moratorium“ als Vorbereitung für die möglicherweise nächste Pandemie. Mit Hygienekonzepten, Teststrategien und konsequenter Digitalisierung müsse vorgebeugt werden, damit nicht wieder das öffentliche Leben heruntergefahren werden müsse.

Der Modernisierungs- und Investitionsstau in Deutschland sei aber nicht auf Corona zurückzuführen, sondern „das Ergebnis von 16 Jahren CDU-geführter Bundes- und von acht Jahren SPD-geführter Landesregierung“, betonte der FDP-Chef. Birkner regte an, wegen der fehlenden Gemeinsamkeiten von SPD und CDU in Niedersachsen die Landtagswahl vorzuziehen – auf den Termin der Bundestagswahl im September. Dies könne über eine Selbstauflösung des Landtags geschehen.