Ein Schützenpanzer vom Typ „Marder“ wartet bei Rheinmetall in Unterlüß auf den Export. | Foto: Link

Christine Lambrecht, Bundesverteidigungsministerin, hat gestern weitere Waffenlieferungen für die Ukraine angekündigt. Demnach wird Deutschland den Abwehrkampf gegen die russische Invasion mit zwei zusätzlichen Mehrfachraketenwerfern vom Typ „Mars II“ inklusive 200 Raketen sowie 50 Transportfahrzeugen vom Typ „Dingo“ unterstützen. Lambrecht kündigte auch einen Ringtausch mit Griechenland an. „Wir sind quasi auf der Zielgerade, auf den letzten Zentimetern“, sagte die SPD-Politikerin und fügte hinzu: „Der Weg ist dann frei, dass Griechenland 40 Schützenpanzer ‚BMP-1‘ an die Ukraine abgibt. Griechenland erhält dafür 40 Schützenpanzer ‚Marder‘ aus deutschen Industriebeständen.“

Gemeint sind damit die ausgemusterten Schützenpanzer, die der Rüstungskonzern Rheinmetall derzeit in seinem Werk in Unterlüß (Kreis Celle) wieder einsatztauglich macht. Nach Angaben des Unternehmens werden derzeit rund 30 Stück modernisiert, insgesamt stünden etwa 100 Fahrzeuge zur Verfügung. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) begrüßte die neuen Waffenlieferungen und verteidigte den Kurs der Bundesregierung, die derzeit weder Schützen- noch Kampfpanzer direkt in das Kriegsgebiet liefern will. „Deutschland sollte nicht hinter den anderen zurückstehen, aber auch keine Alleingänge unternehmen“, sagte Weil.

Bernd Althusmann und Armin Papperger stehen vor den ersten Schützenpanzern vom Typ „Marder“, die Rheinmetall für den Export in die Ukraine vorbereitet hat. Insgesamt sollen bis September 30 Fahrzeuge einsatz- und lieferbereit sein. I Foto: Christian Wilhelm Link

CDU-Landeschef Bernd Althusmann kritisiert die Bundesregierung dagegen als zu zögerlich: „Nach fast sieben Monaten unerbittlicher Kämpfe verzeichnet die Ukraine wichtige militärische Erfolge – jetzt geht es ums Ganze. Marder-Schützenpanzer würden diese starke Gegenoffensive effektiv unterstützen: Sie bringen
Truppen schnell, geschützt und flexibel im Angriff voran und sind daher von unschätzbarem Wert.
Sechzehn Stück davon stehen seit Wochen ausfuhr- und einsatzbereit bei Rheinmetall in Unterlüß. Deutschland hat der Ukraine Hilfe zugesichert – jetzt, in dieser entscheidenden Phase zu zögern, halte ich für falsch.“