"Keiner, der die einen gegen die anderen ausspielen will“: Bernd Althusmann - Foto: kw[/caption]
Die Lage der CDU ist nicht rosig, denn am 15. Oktober 2017 geschah, was viele vorher für undenkbar gehalten hatten – bei der Landtagswahl lagen die Christdemokraten erstmals seit 1998 wieder hinter den Sozialdemokraten, für Althusmann blieb in der Großen Koalition nur der ungeliebte zweite Platz zwei übrig. Ist das aufgearbeitet? Wohl eher nicht. Öffentlich nahm der Parteichef anschließend viel von der Verantwortung für Fehler im Wahlkampf auf die eigene Schulter, das führte dazu, dass eine offene Debatte darüber gar nicht mehr entstand. Intern soll er auch Kritik am angeblich zu scharfen Auftreten der Landtagsfraktion zwischen 2013 und 2017 geübt haben, ein Verhalten, das viele Althusmann anschließend übel nahmen. Umso mehr, als er selbst doch erst 2016 nach mehreren Jahren Afrika-Aufenthalt nach Niedersachsen zurückgekehrt war, also quasi in den bitteren Oppositionsjahren eine Auszeit genommen hatte.
Viel von dem Ärger über das Landtagswahlergebnis verschwand wieder, weil die CDU zurückkehrte an die Macht. In vielen Ministerien geben heute wieder CDU-Leute den Ton an, in vielen Sachfragen ist sie zur Mitgestaltung aufgerufen – unter ihrem emsigen Fraktionschef Dirk Toepffer treten die Christdemokraten im Landtag agiler und zupackender auf als die Sozialdemokraten, die sich sehr stark auf die Popularität von Ministerpräsident Stephan Weil verlassen. Althusmann ist fleißig im Land unterwegs, nimmt eher zu viele als zu wenige Termine an und verspätet sich oft zwangsläufig, worunter der Ruf seiner Zuverlässigkeit leidet. Ob er, der oft erkennbar zögert und zaudert, manchmal den Blick für das Wesentliche verliert?


