(rb) Hannover. Erstmals seit drei Jahren ist im vorigen Jahr die niedersächsische Armutsgefährdungsquote wieder leicht – um 0,5 Prozent – zurückgegangen. Das hat das Landesamt für Statistik ermittelt. Insgesamt gelten demnach 1,179 Millionen Niedersachsen als armutsgefährdet. Das sind 15,3 Prozent der Gesamtbevölkerung gegenüber einer bundesweiten Quote von 15,4 Prozent. Als Grundlage wird ein Nettoeinkommen von weniger als 60 Prozent des regionalen Durchschnitts angenommen. Das bedeutet für einen Einpersonenhaushalt ein Einkommen 907 Euro und für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren 1905 Euro. Wie es weiter heißt, gab es in den westdeutschen Ländern im Durchschnitt eine leichte Zunahme der Quote um 0,1 Prozent, während sie in Ostdeutschland um 0,5 Prozent zurückging. Die höchsten Quoten verzeichneten Hamburg (18 Prozent) und Bremen (17,3 Prozent), die niedrigsten mit 11,6 Prozent Sachsen und Thüringen. In Niedersachsen lag das höchste Armutsrisiko bei den Erwerbslosen mit 57 Prozent (+0,2 Prozent), bei Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit mit 36,6 Prozent (+0,6 Prozent) und bei Personen über 25 Jahren mit geringer Qualifikation mit 31,9 Prozent (+0,4 Prozent). Als erfreulich bewertet das Landesamt die Rückgänge bei Kindern und Jugendlichen um 0,9 auf 19 Prozent, bei alleinerziehenden Müttern und Vätern mit minus 0,7 Prozent, allerdings auf hohem Niveau (41,6 Prozent), und für große Haushalte von zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern um 1,9 Prozent auf 25,1 Prozent. Sozialministerin Cornelia Rundt bewertet die Entwicklung positiv. Niedersachsen sei hier auf einem guten Weg; allerdings sei die Kinderarmut mit 19 Prozent immer noch viel zu hoch. Für deren Bekämpfung halte sie das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes jedoch für ungeeignet. Die SPD-Politikerin sprach sich für eine angemessene Erhöhung der Kinderregelsätze aus. Ideal wäre ein eigener Anspruch auf eine Grundsicherung für Kinder, sagte Rundt.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #155.