„Ausweg aus dem Hamsterrad“ – Land fördert ambulante Pflegekräfte
Das Sozialministerium will mit einem Förderprogramm die Arbeits- und Rahmenbedingungen in der ambulante Pflege auf dem Land verbessern. Dafür stehen bis 2018 jedes Jahr sechs Millionen Euro zur Verfügung. „Wir wollen den Beschäftigten den Ausweg aus dem Hamsterrad ermöglichen“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt.
Es gebe eine extrem hohe Ausstiegsquote aus dem Beruf. Laut Rundt bleiben die Pflegekräfte in diesem Bereich nach der Ausbildung nur für etwa zehn Jahre in dem Beruf. Das subjektive Gefühl der Arbeitsverdichtung sei in der ambulanten Pflege am größten, so die Ministerin.
Mithilfe des Programmes sollten Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter verbessert werden. Dazu zählen unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine professionellere Dienstplangestaltung. Peter Bleses, Forschungsleiter des Instituts für Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen, sieht gerade hier starken Handlungsbedarf in der ambulanten Pflege. „Das Programm setzt an der richtigen Stelle an. Viele Dienste haben bei der professionellen Organisation von Arbeit einen Nachholbedarf“, meint Bleses. Das betreffe vor allem kleinere Pflegedienste auf dem Land.
Rund 70 Prozent der landesweit 1231 ambulanten Pflegedienste könnten die Förderung beantragen. Das Programm richtet sich nur an Pflegedienste, die nach Tarif bezahlen. Ein Unternehmen kann bis zu 45.000 Euro beantragen. Voraussetzung für die Förderung ist zudem, dass die Mehrzahl der Pflegestandorte außerhalb der Städte Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Wolfsburg, Göttingen, Hildesheim, Salzgitter, Wilhelmshaven, Delmenhorst, Lüneburg und Celle liegt.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #143.