Der Nächste Landtag könnte 75 Abgeordnete mehr haben
Dass dies erneut so eintreten wird, wird aber zunehmend unwahrscheinlicher. Die Ursache dafür ist zum einen der bundesweit zu beobachtende Stimmenverlust von SPD und CDU einerseits, das Wachstum der übrigen Parteien andererseits. Bei der Landtagswahl ist immer zuerst gewählt, wer einen der 87 Wahlkreise gewonnen hat. Hat eine Partei mehr Direktmandate gewonnen als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zustehen, so sind dies die „Überhangmandate“. Diese werden dann wieder mit „Ausgleichsmandaten“ der anderen Parteien angeglichen. Das Ziel ist, dass am Ende in etwa das Verhältnis hergestellt wird, das nach dem Zweitstimmenergebnis maßgeblich ist. Diese Grundsätze hat Wahlrecht.de auf Bitten des Politikjournals Rundblick nun auf die Landtagswahlkreise übertragen – auf Grundlage aktueller Meinungsumfragen und den Wahlkreisprognosen für die Bundestagswahlkreise, da keine eigenen Prognosen für die Landtagswahlkreise vorliegen. Wie das Ergebnis zeigt, könnte die Niedersachsen-CDU derzeit zwischen 18 und 26 der 30 Bundestagswahlkreise erobern, umgerechnet auf den Landtag hieße das, sie könnte als vermutlich stärkste Kraft zwischen 52 und 73 der 87 Landtagswahlkreise gewinnen – wenn die Niedersachsen bei der Landtagswahl wie beim aktuellen Bundestrend wählen würden.
Hätte die CDU aber gleichzeitig nur 28,1 Prozent der Zweitstimmen (wie derzeit laut Insa-Umfrage, von Mandatsrechner.de umgerechnet auf die Verhältnisse bei einer Landtagswahl in Niedersachsen), so würde die Rechnung wie folgt lauten: Der CDU stünden dann bei 135 Sitzen im Landtag eigentlich nur 38 zu. Wenn sie aber 52 Direktmandate hätte, führte dies über die Ausgleichsmandate zu einem Landtag von 159 Sitzen. Bei 73 Direktmandaten immerhin 210 Sitze – also 75 mehr, als das Gesetz derzeit als die Zahl der Landtagsabgeordneten vorsieht.


