Wurde mit 99 Prozent Zustimmung zum neuen DGB-Chef in Niedersachsen gewählt: Mehrdad Payandeh - Foto: DGB[/caption]
Payandeh spricht zwar nicht hervorragend, aber doch sehr gut Deutsch. Er redet sehr schnell. Man muss ihm gut zuhören, um seinen Gedanken zu folgen. Sein erster Auftritt bei der DGB-Bezirkskonferenz am Sonnabend gelingt glänzend – er erntet nicht nur starken Beifall, sondern stützt sich auch noch auf große Geschlossenheit. 99 Prozent der knapp 100 Delegierten waren für ihn – das ist viel mehr als das, was Tölle bei seiner Wiederwahl vor wenigen Jahren bekommen hatte. Hohe Erwartungen lasten auf dem 57-Jährigen.
Vielleicht liegt es daran, dass man Payandeh nicht klar einem Lager zuordnen kann – er ist zwar bei Verdi, doch das ist selbst auf diesem Kongress nicht allen Teilnehmern bekannt. Sein Profil hatte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter des DGB gewonnen, nicht als engagiertes Mitglied in der Sparte der Metaller, Verwaltungsmitarbeiter, Chemiefacharbeiter oder Lehrer. Möglich ist auch, dass mit der Wahl des promovierten Ökonomen die Hoffnung auf einen neuen Aufbruch einhergeht. Der DGB könnte stärker mitmischen in aktuellen politischen Diskussionen, mehr Gehör finden für neue Vorschläge, ein Schrittmacher in der Wirtschaftspolitik werden.


