Die Pflegekammer ist ganz offensichtlich nicht die Form von Vertretung, die sich die Pflegekräfte in Niedersachsen wünschen.
Reimann wirkte dabei, wie häufig bei öffentlichen Auftritten, nervös, zugleich war sie vermutlich aber auch erleichtert, einen Schlussstrich unter das ungeliebte Thema ziehen zu können. Gleich beeilte sich die SPD-Politikerin auch noch, zu betonen, dass sie schon früher, noch in ihrer Zeit als SPD-Bundestagsabgeordnete, von dem Konstrukt einer Pflegekammer nicht viel gehalten habe. So kommt nun, nach drei Jahren voller Streit, Komplikationen, Missverständnissen und Unklarheiten das Aus für diese Einrichtung.
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Eigentlich war sie zur Stärkung der Interessenvertretung der Pflegekräfte gedacht – angesichts der Tatsache, dass in diesem Berufszweig der gewerkschaftliche Organisationsgrad eher gering ausgeprägt ist. Aber während gerade in diesen Monaten der Corona-Zeit die Politiker nicht müde werden, die Arbeit der Pflegekräfte zu loben und ihre Besserstellung im Gesundheitssystem als vorrangiges Ziel anzupreisen, fällt nun in Niedersachsen ein wichtiger Pfeiler für die bessere Interessensvertretung der Pflegekräfte weg – sehr zum Unmut übrigens der Kammer selbst, die eine Körperschaft öffentlichen Rechts ist und nun darauf pocht, ihre Rechte in der Öffentlichkeit auch weiter vertreten zu dürfen.


