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Der Niedersachse der Woche…

05.06.2021
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…arbeitet als Polizeibeamter, hat aber im Nebenamt noch eine wichtige Aufgabe, die auch seine Freizeit beansprucht. Er wirkt engagiert für den Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt, berät mit Gleichgesinnten über die passenden Konzepte, mit denen Kinder sensibel und widerstandsfähig werden sollen. Das nennt man im Fachjargon „Präventionsarbeit“. Der Niedersachse der Woche heißt…

Foto: kw; GettyImages/ptasha

…Jürgen Henze, ist 51 Jahre alt und arbeitet als Polizist in Bad Nenndorf (Kreis Schaumburg). Er gehört zur „niedersächsischen Kinderschutzallianz“, die mit dem Innenministerium verknüpft ist und sich als Netzwerk versteht. Alle möglichen Initiativen, die sich dem stärkeren Schutz der Kinder verschrieben haben, sollen ständig Kontakt halten und Informationen austauschen. Neue Formen der Präventionsarbeit, die sich in einer Region bewähren, sollen bekannt gemacht werden und Nachahmer in anderen Gegenden finden. Henze sagt:

Wir müssen das Gespräch zwischen Eltern und Kindern erleichtern, auch Formen von Missbrauch und Belästigung. Wir müssen den Kindern beibringen, dass sie rechtzeitig auch ’nein‘ sagen.

In der Enquetekommission zum Kinderschutz hat Henze jetzt ausführlich verschiedene Projekte vorgestellt, die teilweise in seinem Landkreis Schaumburg schon erprobt wurden. So wird beispielsweise eine „Kinderschutz-App“ angeboten, die folgendermaßen funktionieren soll: Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz wird auf der Tastatur des Handys erkannt, ob ein Jugendlicher dazu neigt, grob verletzende, gewaltverherrlichende oder extrem aggressive Nachrichten zu schreiben. Wird ein solcher Vorgang entdeckt, bekommen die Eltern des Kindes eine Nachricht und den Hinweis, mit ihrem Kind Kontakt aufzunehmen.


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Dieses Modell dient dazu, dem offenbar wachsenden Trend bei Jugendlichen zu begegnen, eine verrohte und demütigende Sprache zu verwenden und beispielsweise auch kinderpornographische Inhalte zu verbreiten. Noch weitere Vorhaben kommen hinzu. Mit „Kinderschutzinseln“ sollen Kinder ein Angebot erhalten, in extra ausgewiesenen Einzelhandelsgeschäften, Cafés oder Bäckereien Schutz und Rat zu bekommen, wenn sie beleidigt, bedroht oder mit Hass-Nachrichten bedrängt werden. Auch die klassische Präventionsarbeit über Kinderbücher oder Brettspiele kommt hinzu. Auch bei ihr steht ein Lernziel im Vordergrund: Kinder sollen lernen, frühe Bedrohungen zu erkennen und deutlich nein zu sagen, wenn sie beispielsweise von älteren Herren angelockt oder umworben werden.

Henze ist seit 1987 bei der Polizei, war zeitweise auch in der Landeshauptstadt und arbeitet jetzt teilweise in der Geschäftsstelle der Kinderschutzallianz und teilweise bei der Bad Nenndorfer Polizei. Aus seiner Arbeit spricht ein Engagement, das über die normalen Dienstzeiten weit hinausgeht. Dafür bekommt er in dieser Woche den Titel „Niedersachse der Woche“ verliehen. Glückwunsch dazu!