30. Aug. 2018
Soziales

DGB prangert „Mietenwahnsinn“ in niedersächsischen Städten an

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Niedersachsen fordert von der Landesregierung einen größeren Einsatz für den sozialen Wohnungsbau. Derzeit werde der Bedarf in Niedersachsen gerade einmal zu einem Viertel gedeckt, heißt es. Es stünden lediglich 86.000 von rund 350.000 notwendigen Sozialwohnungen zur Verfügung. „Sollte sich der rasante Abbau fortsetzen, gibt es im Jahr 2026 keine einzige Sozialwohnung mehr“, rechnet der DGB vor. Auch beim Wohnraum für Studenten zeichneten sich weitere Probleme ab. In Hannover beginnen demnach zwei 7200 junge Menschen im Wintersemester ihr Studium. Es gebe aber nur 2800 Wohnheimplätze.
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Als irritierend bezeichnet der DGB, dass die Neubauförderung von Sozialwohnungen im vergangenen Jahr um fast ein Drittel eingebrochen sei. Die Landesregierung dürfe das Feld des Wohnungsbaus aber nicht allein privaten Investoren überlassen, sondern müsse auch landeseigene und kommunale Wohnungsbaugesellschaften zur Tat schreiten lassen. Die Wohnungsnot führe derweil zu einem regelrechten „Mietenwahnsinn“. Sozialwissenschaftler sehen eine kritische Schwelle erreicht, sobald für die Miete mehr als 30 Prozent des Netto-Haushaltseinkommens ausgegeben werden muss. Laut DGB wird diese Schwelle in den niedersächsischen Großstädten deutlich überschritten. Spitzenreiter ist demnach Oldenburg. Dort frisst die Miete inzwischen 44 Prozent des Einkommens auf, in Hannover sind es 43,3 Prozent. Extrem teuer wohnt es sich ebenfalls in Braunschweig (41,1 Prozent) und Osnabrück (40,4 Prozent). Göttingen ist mit 35,4 Prozent bisher nicht ganz so stark betroffen.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #151.
Martin Brüning
AutorMartin Brüning