17. Okt. 2022
Parteien

Ex-Linken-Fraktionschef Adler: Müssen Wahlergebnis "solidarisch diskutieren"

Hans-Henning Adler | Foto: privat

Hans-Henning Adler, Oldenburger Rechtsanwalt und ehemaliger Fraktionschef der Linken im Landtag (2008 bis 2013), hat in einer kritischen Wahlanalyse das schlechte Abschneiden der Linken bei der Landtagswahl mit einem Phänomen erklärt, das auch bei den italienischen Parlamentswahlen zu beobachten war: „Die Linke ist neben der Sozialdemokratie zersplittert und fällt damit als Hoffnungsträger aus.“ Hinzu komme, dass die Menschen in der Krise dazu neigten, zusammenzurücken und sich hinter die Regierenden zu stellen. Die Linke habe sich von Beginn des von Putin angezettelten Krieges an für den Waffenstillstand und Verhandlungslösungen eingesetzt, aber wenige Tage vor der Wahl habe es so ausgesehen, als könne die Ukraine den Krieg gewinnen – womit die Linke mit ihrer Haltung „ziemlich isoliert dagestanden“ habe. Die Bundestagsrede von Sahra Wagenknecht und die Reaktionen darauf hätten ein Bild der Zerstrittenheit vermittelt. Adler appelliert an die Linke, das Wahlergebnis „solidarisch zu diskutieren“. Er schreibt: „Eine Spaltung der Partei würde zwei Splittergruppen hervorbringen, Verhältnisse wie in Italien.“

Dieser Artikel erschien am 18.10.2022 in Ausgabe #183.