FDP-Fraktion fordert mehr staatliche Unterstützung für „Wunschkinder“
(rb) Hannover. Die sozialpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Sylvia Bruns, freut sich darüber, dass in Niedersachsen künftig auch unverheiratete Paare finanzielle Hilfen für eine Kinderwunsch-Behandlung erhalten können. „Damit ist eine erste Hürde abgebaut, um mehr Paaren helfen zu können, die sich Kinder wünschen, aber diese nicht auf natürlichem Wege bekommen können“, sagte Bruns am Montag in Hannover. Sie reagierte damit auf die Änderung einer entsprechenden Förderrichtlinie durch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Danach können seit dem 7. Januar dieses Jahres auch Unverheiratete Zuschüsse bekommen, die der Bund gewährt, wenn die Länder gegenfinanzieren. Das ist aktuell allerdings nur in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Thüringen und Berlin der Fall. Unabhängig davon müssen Paare mit oder ohne Trauschein nach wie vor einen ganzen Katalog an Bedingungen erfüllen, um sowohl von den Krankenkassen als auch von anderer Seite finanzielle Unterstützung für die sehr kostspielige Verwirklichung der künstlichen Befruchtung zu erhalten. Dazu zählen die Altersgrenzen von 25 bis 40 Jahren für die Mütter bzw. 24 bis 50 Jahre für die Väter. Zudem dürfen nicht bereits drei oder mehr künstliche Befruchtungen ohne klinische Schwangerschaft vorgenommen worden sein. Der Hauptwohnsitz muss im Bundesgebiet liegen. Es muss eine reproduktionsmedizinische Einrichtung im Heimatbundesland genutzt werden. Als Methoden kommen nur In-Vitro-Fertilisationen oder Intrazytoplasmatische Spermieninjektionen in Frage. Aus Sicht der Freien Demokraten im Niedersächsischen Landtag entspricht die Berücksichtigung von unverheirateten Paaren zwar unserer Zeit, ist aber noch immer nicht genug. „Wir wollen eine Ausweitung auch auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften“, betonte Bruns und verwies auf das umfassende Maßnahmenpaket zum Thema „Kinderwunsch“, das ihre Fraktion bereits in diversen Initiativen gefordert hat. Aktuell befindet sich ein weiterer Antrag zur Legalisierung der Eizellspende in der Ausschussberatung des Landtags. Viele Paare müssten in andere Länder der Europäischen Union ausweichen, in denen diese Methode möglich ist, die für viele Kinderlose die einzige Chance ist, ihren Nachwuchswunsch zu realisieren. Zudem setze sich die FDP-Fraktion für die Stärkung von Pflegeeltern und für ein verändertes Adoptionsrecht ein. Bislang können u.a. gleichgeschlechtliche Paare nicht gleichzeitig gemeinsam ein Kind adoptieren. „Das ist absolut nicht mehr zeitgemäß und diskriminiert diese Paare“, kritisiert Bruns.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #12.