16. Okt. 2016
Soziales

Frauenbüros weisen Kritik der Kommunalverbände zurück

Die heftige Kritik der kommunalen Spitzenverbände an der geplanten Verschärfung des „Niedersächsischen Gleichberechtigungsgesetzes“ (NGG) ist auf heftige Widerworte gestoßen. In einer gemeinsamen Stellungnahme hatten Städtetag, Städte- und Gemeindebund und Landkreistag die NGG-Novelle als „praxisfern“ und „realitätsfern“ bezeichnet. Rot-Grün plant unter anderem, die Einstellung von Frauen bei gleicher Befähigung und Eignung dann vorzuschreiben, wenn in einer Behörde der Frauenanteil unter 50 Prozent liegt. Bisher ist das Gesetz nur als Empfehlung vorgesehen. Die Kommunen meinen, die damit notwendig einhergehende Pflicht zur Ausschreibung bedeute einen hohen bürokratischen Aufwand. Nun hat die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros (LAG) reagiert und die Gesetzesverschärfung als „hilfreiches Instrumentarium zur Förderung der Gleichstellung“ bezeichnet. Trotz der bisher erfolgreichen Arbeit mit dem geltenden NGG seien die Führungspositionen in der Verwaltung heute noch mehrheitlich mit Männern besetzt. „Gleichstellung benötigt also ein schärferes Instrument“, erklärt die LAG gegenüber dem Rundblick. Es sei „an der Zeit, dass Frauen der Weg in die Führungspositionen geöffnet wird“.

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #186.
Martin Brüning
AutorMartin Brüning