Friedrich-Otto Ripke, ehemaliger Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, hat sich jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Am Montag wurde der 73-Jährige auch als Vorsitzender der Landes-Organisation verabschiedet. Ripke gehörte im vergangenen Vierteljahrhundert zu den wichtigen Figuren der niedersächsischen Agrarpolitik - zunächst als Politiker im Landtag, später dann als Lobbyist und Organisator von Kompromissen und Verständigungen. Er begann seinen Weg als Diplomingenieur bei der Landwirtschaftskammer Hannover, wurde dann 2003 für den Wahlkreis Walsrode in den Landtag gewählt und stieg noch im selben Jahr zum neuen Generalsekretär der niedersächsischen CDU (und Nachfolger von David McAllister) auf. Zwei Jahre später ging er als Staatssekretär ins Landwirtschaftsministerium und hatte dort schnell den Ruf, die eigentliche starke Figur im Ministerium zu sein. Der Regierungswechsel von 2013 führte dazu, dass sich Ripke aus der aktiven Politik zurückzog - aber weiterhin der Agrarpolitik und der Agrarwirtschaft eng verbunden blieb. Er wurde zum Präsidenten des Interessenverbandes der niedersächsischen Geflügelwirtschaft gewählt und später dann noch zum Präsidenten des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft, einer Dachorganisation für viele Verbände. Das Bundes-Amt behielt er bis vor zwei Jahren. In seinen Funktionen galt Ripke nie als Hardliner oder verbissener Verteidiger der bestehenden Strukturen und der Massentierhaltung. Er warb intern für einen Wandel - und bat die Politik gleichzeitig um Geduld bei notwendigen Umstellungen, die von den Betrieben auch wirtschaftlich verkraftet werden müssen.


