Tierschutz ist Tierschutz. Da gibt es keinen Unterschied ob ich vier oder 400 Tiere schlachte.
Otte-Kinast versteht sich als Dienstleisterin für die Branche: „Meine Aufgabe ist es, die Betriebe in die Zukunft zu führen und ihnen zu helfen, besser zu werden.“ Ihrer Auffassung nach steige auch die Akzeptanz der Kontrollen, weil die Branche erkannt habe, dass es gut sei sagen zu können, man sei kontrolliert worden und es sei alles in Ordnung. Erklärtes Ziel der Ministerin ist es, die Betriebe in den Regionen zu erhalten. „Kleine Schlachthöfe haben es schwerer, die EU-Vorlagen zu erfüllen. In den Regionen gibt es deshalb immer weniger kleine Schlachthöfe“, sagte in der CDU-Veranstaltung allerdings Carolin Grieshop vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen.
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Auf Distanz zur Bundeslandwirtschaftsministerin: Otte-Kinast will verbindliche Regeln
Die Landwirtschaft gerät immer wieder mit negativen Schlagzeilen ins Rampenlicht. Zuletzt etwa wegen Zuchttiertransporten in Drittländer jenseits der EU, wo die Tiere abweichend von der ursprünglichen Bestimmung und entgegen europäischem Tierschutzrecht geschlachtet würden. Otte-Kinast kann dem allerdings etwas Positives abgewinnen: „Bei jedem Skandal denke ich, das ist auch eine Chance. Da wächst ein Bewusstsein, dass etwas geändert werden muss, nicht nur im Schlachthof, sondern auch in den Köpfen der Menschen.“ Für die Lebendtierexporte wünscht sich die niedersächsische Landwirtschaftsministerin klare europäische Standards: „Da muss Brüssel jetzt auch Farbe bekennen und Länder benennen, die nicht beliefert werden sollen.“ Für die Agrarministerkonferenz im April sucht Otte-Kinast nun Verbündete, die sich einem Verbot von Lebendtiertransporten in bestimmte Länder anschließen.
Wir hinken ohnehin hinter den Supermarktlabeln hinterher. Dann sollten wir es jetzt auch gründlich machen und uns die Zeit nehmen, um ein verpflichtendes Label für alle drei Fleischsorten aufzulegen.
Klare Regeln möchte die Landwirtschaftsministerin auch beim Tierwohllabel haben – und geht damit auf Distanz zur Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Diese hatte gerade ein solches Label auf freiwilliger Basis auf den Weg gebracht. „Wir hinken ohnehin hinter den Supermarktlabeln hinterher. Dann sollten wir es jetzt auch gründlich machen und uns die Zeit nehmen, um ein verpflichtendes Label für alle drei Fleischsorten aufzulegen“, sagte Otte-Kinast.