Verspricht sich viele Jobs von "grünen" Gründungen: Detlev Schulz-Hendel - Foto: Grüne Fraktion Niedersachsen[/caption]
Detlev Schulz-Hendel, Sprecher für Wirtschaft der Grünen-Landtagsfraktion, spricht von „enkeltauglichen Gründungen“ und verspricht sich davon viele neue Arbeitsplätze. Nachhaltiger Konsum sowie ökologisch und sozial vertretbare Produktion seien längst nicht mehr ideologisch und romantische Vorstellungen einer „grün geprägten Jugendkultur“, sondern ein wesentlicher Beitrag für die Zukunft.
In Deutschland seien bereits eine Million Jobs durch nachhaltige Gründungen entstanden, sagt Schulz-Hendel und bezieht sich auf Zahlen des Green Economy Gründungsmonitors, der vom Borderstep Institut und der Universität Oldenburg herausgegeben wird. Demnach wurden von 2006 bis 2013 über 150.000 Unternehmen deutschlandweit zum Beispiel in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz gegründet. Im jüngsten Bericht wird allerdings auch darauf hingewiesen, dass „der Anteil grüner Gründungen am Gründungsgeschehen in Deutschland stagniert“.
Gründern fehlt es an Wagniskapital
In ihrem Antrag fordern die Grünen auch, Gründern an gleich mehreren Stellen das Leben leichter zu machen. So hält Schulz-Hendel den aktuellen Zinssatz von 3,5 Prozent des sogenannten Mikrostarter-Kredits der NBank für aus der Zeit gefallen. Die Grünen plädieren dafür, den Kredit von bis zu 25.000 Euro jungen Gründern zinsfrei und unbesichert zu gewähren. Das Darlehen solle unbürokratisch ausgezahlt und flexibel innerhalb von sechs Jahren zurückgezahlt werden. Weniger Bürokratie bei dem Darlehen wünschen sich auch Wirtschaftsexperten. Sie würden den Hebel allerdings an einer anderen Stelle ansetzen. Die Hürde sei nicht die Höhe des Zinssatzes, dieser könne durchaus mit denen privater Banken konkurrieren. Das Problem seien neben dem äußerst bürokratischen Antragsverfahren die starken Einschränkungen, was konkret mit dem Geld finanziert werden darf. Zudem halten Experten die Summe von 25.000 Euro für viel zu niedrig. Viele Gründer bräuchten einfach mehr Geld zu einfacheren Konditionen. Jan-Philipp Mai, selbst Gründer und Mitglied im niedersächsischen Start-up-Beirat, sieht neben der Bewilligungsdauer Dauer beim NBank-Kredit auch die Form der Finanzierung als den falschen Ansatz. „Den Gründern fehlt es vor allem an echtem Wagniskapital“, sagt Mai im Rundblick-Gespräch. „Vermutlich ist das für das Land schon aus Gründen des Subventionsrechts schwierig. Aber dennoch müsste man die Frage aufwerfen, ob diese Variante für das Land langfristig nicht den größeren Mehrwert schaffen kann.“Nachhaltiger Konsum sowie ökologisch und sozial vertretbare Produktion sind nicht mehr ideologisch und romantische Vorstellungen einer grün geprägten Jugendkultur.
Neben Änderungen in der Finanzierung wünschen sich die Landtags-Grünen auch eine stärkere wissenschaftliche Begleitung der Förderung von Start-ups. Dadurch steige langfristig die Qualität und Effizienz von Förderprogrammen, argumentieren sie. Sorgen bereitet Schulz-Hendel, dass die Zahl der Gründer in Deutschland zuletzt zurückging. Im Jahr 2017 gab es ein Minus von 17 Prozent.
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Auch die FDP im Landtag bemüht sich um die Zielgruppe der jungen Gründer. Sie hatte bei einem Consultant-Unternehmen aus Hamburg ein Gutachten über die aktuelle Situation für Start-ups in Niedersachsen in Auftrag gegeben und im November Ergebnisse vorgestellt. In dem Gutachten heißt es: „Zentral ist aus Sicht der Gutachter, dass der Start-up-Förderung in Niedersachsen eine deutlich größere Priorität innerhalb der Landespolitik zuerkannt wird.“ Niedersachsen sollte demnach sein finanzielles Engagement in diesem Bereich deutlich ausweiten, damit die guten Ansätze auch in der Breite und nachhaltig Wirkung zeigten. Texttexttext


