9. Dez. 2019
Finanzen

Kommunale Arbeitgeber sorgen sich um die Personalkosten der Sparkassen

Der Kommunale Arbeitgeberverband Niedersachsen (KAV) will erreichen, dass die Sparkassen bei der Bezahlung ihrer Beschäftigten künftig wettbewerbsfähiger werden. Hintergrund sind die bisher recht teuren Tarife der Sparkassen, die 14 Monatsgehälter vorsehen. Die lokale Konkurrenz der Volks- und Raiffeisenbanken steht günstiger da.

Treten die Sparkassen aus dem Beamtenbund aus?

Der Präsident des KAV, Peines Landrat Franz Einhaus, wirbt vor der im Herbst 2020 anstehenden nächsten Lohnrunde dafür, dass für Sparkassen entstehende Mehrkosten kompensiert werden und dass beispielsweise größere Gehaltsbestandteile des Tarifs der Sparkassen-Mitarbeiter „unternehmensbezogen“ festgelegt werden. „Ich appelliere an die Oberbürgermeister und Landräte, solidarisch zusammenzustehen bei diesem Ziel für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Flexibilität im Sparkassenbereich“, sagte Einhaus dem Politikjournal Rundblick. Er verwies auch auf die schwierigen Rahmenbedingungen für die Sparkassen bezogen auf die Niedrigzinsphase, gestiegene Eigenkapitalanforderungen und die neuen Anforderungen der Digitalisierung. In einem früheren Rundblick-Text zu diesem Zusammenhang war der fälschliche Eindruck entstanden, das Ziel sei eine Aufwertung der Sparkassen-Bezüge, die Redaktion hatte die Äußerung von Einhaus falsch interpretiert. Tatsächlich aber soll die von ihm geforderte Flexibilität bewirken, dass Sparkassen weitere Personalkostenanstiege auch begrenzen beziehungsweise vermeiden können. Von der für Herbst 2020 geplanten Lohnrunde dürfte auch abhängen, ob die Sparkassen weiterhin von den kommunalen Arbeitgeberverbänden in den Tarifgesprächen mit Verdi und Beamtenbund vertreten werden. In den Reihen der Sparkassen wird überlegt, womöglich aus diesem Verband auszuscheren und eigene Tarifgespräche zu führen.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #219.
Niklas Kleinwächter
AutorNiklas Kleinwächter