31. Jan. 2024
Kommunales

Kommunale Arbeitgeber zeigen wenig Verständnis für Streik am Freitag

Michael Bosse-Arbogast, Hauptgeschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands Niedersachsen (KAV), kann den für Freitag angekündigten Streik im öffentlichen Nahverkehr vor der zweiten Verhandlungsrunde nicht nachvollziehen. „Wir werden ab März 2024 die höchste Entgelterhöhung in der Geschichte haben. Die Fahrer erhalten eine Erhöhung von mehr als 13 Prozent. Aber das scheint nicht zu reichen: die Gewerkschaft will zusätzlich bis zu sieben Urlaubstage und höhere Zulagenzahlungen. Bei Umsetzung dieser Forderungen würde es weitere Einschränkungen im Verkehrsangebot geben. Das können wir nicht ernsthaft mit Verdi verhandeln“, sagt Bosse-Arbogast. „Es muss dringend etwas geschehen, damit die Beschäftigten entlastet und neues Personal gewonnen werden kann“, argumentiert Marian Drews, Verdi-Verhandlungsführer in Niedersachsen. Er wirft den Arbeitgebern vor, die Belastungsschraube durch Mehrarbeit weiter anziehen und den Krankengeldzuschuss kürzen zu wollen. „Das gefährdet die Verkehrswende, ist rückwärtsgewandt und rücksichtslos“, sagt Drews. Laut KAV sind rund 4200 Beschäftigte bei sieben kommunalen Nahverkehrsunternehmen vom Manteltarifvertrag für den Nahverkehr (TV-N) betroffen.

Dieser Artikel erschien am 1.2.2024 in Ausgabe #019.
Klaus Wallbaum
AutorKlaus Wallbaum