
Minister Lies befürchtet eine Spaltung der Gesellschaft
Agrarministerin Otte-Kinast erklärte, die Hälfte des Weges sei nun schon geschafft und wichtige Etappenziele seien erreicht. Dabei verwies sie etwa auf die drei Öko-Modellregionen, die ihr Ministerium vor kurzem ausgerufen hatte, und kündigte an, dass im kommenden Jahr erneut drei Regionen gefördert werden sollen. Den Vertrag, den die beiden Ministerien nun aushandeln, bezeichnete sie als eine „erste Säule eines Gesellschaftsvertrags“, mit dem sie zurzeit Landwirte, Verbraucher und Klimaschützer miteinander aussöhnen will. Das Volksbegehren wird von Umweltminister Lies hingegen sehr kritisch gesehen, weil es zu einer Spaltung in der Gesellschaft führe. Es sei die Frage, „ob eine Auseinandersetzung auf der Straße eine Lösung für den Artenschutz schafft.“ Ihm gehe es jetzt darum „im Miteinander Lösungen zu finden“, der schriftliche Vertrag solle dabei Verlässlichkeit garantieren. [caption id="attachment_47950" align="alignnone" width="780"]
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Dass Umweltminister Lies gegen das Volksbegehren anführte, dass dieser Prozess sehr lange dauern würde, bezeichnete der Grünen-Landesvorsitzende Hans-Joachim Janßen als „völlig unverständlich“. Er rechnet damit, dass bis zum Spätherbst die nötigen 610.000 Unterschriften für das Volksbegehren gesammelt werden können. Anschließend habe die Politik die Möglichkeit, den Gesetzentwurf unverändert anzunehmen oder neben einem eigenen Entwurf in Form eines Volksentscheids zur Abstimmung zu stellen. Außerdem könne die Landesregierung schon vorher aktiv werden. Niemand halte die Landesregierung davon ab, den Gesetzesentwurf zu nehmen und im Landtag zu beschließen, erklärte Janßen.
