(rb) Hannover/Berlin. Für den Einsatz des Lang-Lkw, der seit 2012 in einem Feldversuch auf den deutschen Straßen unterwegs ist, der Ende dieses Jahres abgeschlossen werden soll, hat sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies ausgesprochen. Die Erfahrungen hierzulande seien jedenfalls gut, sagte Lies am Donnerstag und warnte nach entsprechenden Äußerungen des Vorsitzenden im Bundestagsverkehrsausschuss Martin Burkert (SPD) davor, den Feldversuch vorzeitig „totzureden“. Lies verwies darauf, dass sich mit den größeren Lkw Fahrten einsparen ließen, was sich positiv sowohl auf den Kraftstoffverbrauch als auch auf die CO2-Bilanz auswirke. Die mitunter behaupteten Sicherheitsprobleme hätten sich nach den bisherigen Erkenntnissen nicht ergeben, vielmehr ließe sich die Problematik der engen Kreisverkehre durch eine kluge Routenplanung lösen sowie durch bestehende gesetzliche Vorgaben der Ausrüstung, durch die normale Kurven und Kreisverkehre zu bewältigen seien. „Die Lang-Lkw fahren nicht, wo sie wollen“, betonte Lies und verwies auf die vorab verbindlich festgelegten Routen. Er wundere sich daher nicht, dass die Logistiker fast durchweg für den Lang-Lkw sind, wohl aber über frühzeitige Festlegungen der Kritiker aus dem Bundestag, sagte der SPD-Politiker. Nach den bisherigen Erfahrungen des Projekts, das einst von seinem Amtsvorgänger Walter Hirche (FDP) auf den Weg gebracht worden war, sei es nicht zu der befürchteten Verlagerung von Gütern von der Bahn auf die Straße gekommen. In der Regel sei dort, wo diese Fahrzeuge fahren, die Option Bahn gar nicht vorhanden oder keine wirkliche Alternative. Zudem seien die Lang-Lkw zwar länger, aber nicht schwerer, so dass das maximal zulässige Gesamtgewicht nicht erhöht werde. Daher seien die Fahrzeuge ideal für Transporte von Material mit großem Volumen, aber geringem Gewicht wie Dämmstoffe, Paketsendungen oder Frischwaren. Hier könne die Anzahl der Transporte von drei auf zwei Lkw zu eine Entlastung von Straßen und Brücken führen, betonte der Minister. Er empfahl, die Ergebnisse des Feldversuchs abzuwarten und sich durch vorzeitige Festlegungen nicht sinnvolle Wege zu verbauen. Niedersachsen werde sich in jedem Fall Wege offenhalten, den Feldversuch entweder fortzusetzen oder die Lang-Lkw in den Regelbetrieb zu übernehmen, sagte Lies.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #15.