6. Apr. 2024
Inneres

Nach tödlichen Schüssen in Nienburg: Landesflüchtlingsrat hat viele Fragen

Muzaffer Öztürkyilmaz, Geschäftsführer des Landesflüchtlingsrates, hat eine Reihe von Fragen zum tödlichen Polizeieinsatz in Nienburg am 30. März formuliert. Der aus Gambia stammende 46-jährige Lamin Touray, der mit einem Messer mehrere Menschen bedroht haben soll, war bei einem Einsatz getötet worden – und man fand in seinem Körper insgesamt acht Kugeln.

Die Umstände des Einsatzes müssten umfassend und lückenlos aufgeklärt werden. Dabei solle auch Hinweisen nachgegangen werden, ob die Beamten den psychischen Ausnahmezustand nicht ausreichend berücksichtigt hätten, ob sie genügend Versuche einer Deeskalation unterlassen hätten und warum 14 Polizisten im Einsatz gewesen sein mussten.

Aus der Landespolitik haben sich inzwischen Stimmen gemeldet, die den Vorfall als Beleg dafür ansehen, künftig den „Taser“ für Polizisten einsatzbereit zu halten. Sie meinen, dass mit diesem Elektroschock-Gerät ein randalierender Mensch kampfunfähig gemacht werden könne, ohne dass Schusswaffen verwendet werden müssen. Das Innenministerium in Hannover lehnt die Taser-Grundausstattung für Polizisten bisher ab, die CDU befürwortet einen Pilotversuch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Todesfall nach Auskunft des Justizministeriums. Dabei würden auch Bodycam-Aufnahmen des Einsatzes ausgewertet.

Dieser Artikel erschien am 8.4.2024 in Ausgabe #64.