Neubau des Landeskriminalamtes droht deutlich teurer zu werden
Noch im vergangenen Jahr war die Zufriedenheit groß: Nach jahrelangem Hin und Her schienen sich Innen- und Finanzministerium endlich einig geworden zu sein, dass das Landeskriminalamt (LKA) in Hannover am Waterloo-Platz in wesentlichen Teilen saniert und neu gebaut werden soll. Kernstück soll ein neues kriminaltechnisches Institut sein, in dem die DNA-Proben endlich nach technisch neuestem Stand bearbeitet werden können. Nun aber gibt es neue Wolken am Horizont. Der leitende Ministerialrat Andreas Meißner vom Finanzministerium erläuterte gestern im Haushaltsausschuss des Landtags, dass sich die Gespräche mit den interessierten Bauunternehmen unerwartet schwierig gestalteten. Man habe gehofft, dass sich die Firmen angesichts von Baukostensteigerungen und hohem Preisniveau interessante Vorschläge einfallen lassen würden, wie das Projekt dennoch schnell und kostengünstig realisiert werden kann. Diese Erwartungen seien aber in den ersten Gesprächen nicht eingetreten. „Es kann sich eine deutliche Überschreitung des Finanzrahmens ergeben“, sagte Meißner. Man werde weiter mit den Interessenten verhandeln, habe dabei aber die Prämisse, die Haushaltsansätze unbedingt einzuhalten. Im vergangenen Jahr war der Kostenrahmen für Sanierung und Neubau auf 128 Millionen Euro festgelegt worden, das waren dann noch einmal 55 Millionen Euro mehr als bisher im Plan bereitgestellt worden war.
Stefan Wenzel (Grüne) fragte im Ausschuss, ob eine zehnprozentige Baukostensteigerung dazu führen müsse, dass das Gesamtvolumen des Projektes um 10 Prozent – als knapp 13 Millionen Euro – abgespeckt werden müsse. Meißner antwortete, man könne womöglich sparen, indem geplante Sanierungen erst später fertig werden. Zum Zeitplan des Projektes wollte er sich nicht äußern. Im vergangenen Jahr war noch geplant worden, dass man 2019 beginnen und 2021 mit den ersten Teilen fertig sein wolle. Meißner sagte jetzt, frühestens in der zweiten Jahreshälfte verlässliche Angaben über den Bauzeitplan treffen zu können. Die Sanierung des LKA war über viele Jahre ein Zankapfel zwischen Innen- und Finanzministerium, das Vorhaben wurde immer wieder verschoben – und verteuerte sich in der Planung regelmäßig.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #054.