(rb) Hannover. Mit einer neuen Förderrichtlinie, die das niedersächsische Sozialministerium jetzt veröffentlicht hat, sollen in den Städten und Gemeinden des Landes Projekte gefördert werden, die dem Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung dienen, die Infrastruktur für Menschen mit Behinderungen verbessern, innovative Wohnformen ermöglichen oder die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben erleichtern. Insgesamt stehen dafür im laufenden Landeshaushalt 1,675 Millionen Euro sowie in den Folgejahren jeweils 425 000 Euro zur Verfügung. Ressortministerin Cornelia Rundt verspricht sich davon, dass der „eher schwammige Begriff Inklusion“ im Alltag umgesetzt werden kann und mit den Aktivitäten vor Ort ein „Umdenken in den Köpfen“ stattfindet. Ziel sei es u.a. „dass Barrierefreiheit endlich ein kostengünstiger Standard wird und nicht mehr als Sonderlösung dem Mehrkostenargument zum Opfer fällt“, sagte Rundt bei der Vorstellung der Förderlinie am Mittwoch im inklusiven Kultur-Café Anna Blume in Hannover-Stöcken. Vorangegangen war im Jahr 2014 ein Ideenwettbewerb, der bereits einigen niedersächsischen Kommunen, die sich auf örtlicher Ebene um ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen bemühen, Fördermittel eingebracht hat. Dazu zählt neben dem erwähnten Kultur-Café in Hannover ein Schüler-Café in der Landeshauptstadt, die zusammen mit 90 000 Euro gefördert wurden, ein Inklusionsfonds im Landkreis Friesland (130 000 Euro) sowie das interkommunale Projekt „Inklusion Bewegen“ von Stadt und Landkreis Göttingen (90 000 Euro). Die Stadt Oldenburg hat 90 000 Euro Fördermittel für ihre vorbildlichen Ansätze der Partizipation von Menschen mit Behinderungen, beispielsweise im schulischen Bereich, bekommen und die Stadt Langen, die inzwischen mit der Samtgemeinde Bederkesa zur Stadt Geestland fusioniert ist, weitere 50 000 Euro, u.a. weil sie die Verwirklichung der Inklusion in der Grundschule dialogorientiert fortgesetzt hat.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #100.