7. Dez. 2015
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Rundt startet Modellprojekt zur anonymen Krankenbehandlung

(rb) Hannover. In Niedersachsen wird es künftig die Möglichkeit zur anonymen medizinischen Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus geben. Sozialministerin Cornelia Rundt hat ein entsprechendes Modellprojekt an den Standorten Hannover und Göttingen gestartet. Die Betroffenen müssen keine negativen Folgen wie etwa eine Abschiebung fürchten und bekommen zudem Beratung und Begleitung auf dem Weg in die Legalität. Rundt sprach von einem „Gebot der Menschlichkeit“ gegenüber denjenigen, „die sonst durchs Raster fallen“. Sie bekämen nun eine medizinische Mindestversorgung, wie sie derzeit auch Asylbegehrenden gewährt werde. Unterstützt wird das Projekt, für das das Land in den kommenden drei Jahren insgesamt 1,5 Millionen Euro bereitstellt, von der AOK Niedersachsen, der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung sowie von der Landesapothekerkammer. Ein interdisziplinar aufgestellter Beirat gibt Empfehlungen zu Grenzfällen der medizinischen Versorgung. Nach Ablauf der drei Jahre soll das Projekt auf Grundlage anonymisierter Daten evaluiert werden, um festzustellen, ob diese Leistung auch an weiteren Standorten des Landes oder gar flächendeckend erforderlich und sinnvoll sein könnte.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #226.
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