Der Schulleitungsverband Niedersachsen (SLVN) stellt sich in der Diskussion um ein Smartphone-Nutzungsverbot an die Seite der oppositionellen CDU. Bei einer Anhörung im Kultusausschuss des Landtags wollen sich die Verbandsvertreter an diesem Freitag für ein gesetzliches Verbot aussprechen. Damit gehen sie über den Vorschlag der regierungstragenden Fraktionen von SPD und Grünen und den Ansatz von Kultusministerin Julia Hamburg (Grüne) hinaus. Im Herbst hatte sie angekündigt, die Schulen anzuweisen, individuelle Bestimmungen zum Umgang mit digitalen Endgeräten zu finden. Eine entsprechende Handreichung soll dabei helfen. Der Schulleitungsverband spricht sich nun aber für ein entschiedeneres Vorgehen der Landesregierung aus. Die Schulleiter sehen Niedersachsens Schulen täglich mit Formen digitaler Gewalt konfrontiert. Körperverletzungen und Sexualdelikte seien ebenso wie Fälle von Brandstiftungen auf die Nutzung von Messenger-Diensten und Social-Media-Plattformen zurückzuführen. Zudem werde eine dramatisch rückläufige Aufmerksamkeitsspanne bei den Jugendlichen beobachtet, die zu Leistungsdefiziten führten. Angesichts dieser „verheerenden Auswirkungen halten wir eine gesetzliche Regelung für eine Antwort auf angemessenem Interventionsniveau“, heißt es in der Stellungnahme des SLVN, die dem Politikjournal Rundblick vorliegt. „Wer will, dass Kinder und Jugendliche ohne Pornographie und Gewalt aufwachsen und mit Freude und Erfolg lernen, sollte das stärkste zur Verfügung stehende Instrument wählen, um das zu garantieren.“


