Stefan Körner, Julia Verlinden, Jürgen Trittin, Meta Janssen-Kucz (v.l.n.r.) - Foto: MB.[/caption]
Die anderen, die an diesem Tag auf die vorderen Listenplätze kommen, liegen ganz auf dieser Linie. Filiz Polat (Platz 3) schimpft über den „CSU-Schatten, der auf Angela Merkel fällt“ und meint, die Union stehe für „die schlimmste Asylrechtsbeschränkung“. Sie gehöre „dringend abgewählt“. Sven-Christian Kindler (Platz 4) prangert die Politik von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) an, der „Griechenland aus der EU drängen“ wolle und deshalb „der nächsten Bundesregierung nicht mehr angehören darf“. Auf Position fünf setzt sich Katja Keul, die zum linken Flügel zählt, gegen Viola von Cramon (Realo) durch, die Nicht-Linken in der Partei erringen ihren ersten Erfolg erst auf Position sechs, dort besiegt der bisherige Landtagsabgeordnete Ottmar von Holtz aus Hildesheim den Sprecher der Grünen Jugend, Marcel Duda.
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Warum nur sind die Grünen derzeit so auf Krawall gebürstet, was die CDU angeht? Der niedersächsische Landesverband gilt, im Gefüge der Partei, als besonders links – und Trittin ist strategisch der große Gegenspieler des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der seine Sympathien für Angela Merkel schon seit längerem ganz offen äußert. Der momentane Höhenflug der SPD, ausgelöst vom neuen Kanzlerkandidaten Martin Schulz, beflügelt auch Phantasien auf eine mögliche rot-grüne oder wenigstens rot-rot-grüne Mehrheit bei der Bundestagswahl – Visionen, die noch vor ein paar Wochen aussichtslos erschienen. Damit wird der Raum für Gedanken, wie Wenzel sie noch im Dezember äußerte, immer schmaler. Warum das Gewohnte verlassen, wenn zum Kopfzerbrechen über neue Orientierungen anscheinend gar keine Notwendigkeit mehr besteht?
Dabei zielt das alles nicht nur auf die Bundestags-, sondern auch auf die Landtagswahl. Jürgen Trittin, der am Sonnabend mit stolz geschwellter Brust durch die Reihen der Delegierten ging, hat es sehr deutlich gesagt: „Liebe Freunde, eigentlich ist die Bundestagswahl doch nur eine Vorwahl für die Landtagswahl in Niedersachsen.“ Ob er das ernst meint? (kw)

