13. Mai 2022
Soziales

Sieben Preise bei Nachwuchswettbewerb für Vertriebenenarbeit vergeben

Editha Westmann, Landesbeauftragte für Heimatvertriebene, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler in Niedersachsen. | Foto: CDU

Editha Westmann, Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, hat sieben Teilnehmer des Nachwuchswettbewerbs für die Vertriebenenarbeit ausgezeichnet. Die Preisträger hatten sich mit der Biographie einer 100-jährigen Ostpreußin, mit Schicksalen prominenter Heimatvertriebener im Kreis Vechta, mit einem Diakonissen-Mutterhaus und den Lebenswegen heimatvertriebener junger Frauen in Ostniedersachsen beschäftigt. Der Nachwuchspreis war im Frühjahr 2021 erstmalig ausgelobt worden. Junge Niedersachsen, die sich in Schule, Ausbildung, Studium oder Freizeit mit der Geschichte der deutschen Heimatvertriebenen beispielhaft auseinandersetzen, konnten für diesen Preis vorgeschlagen werden. Ein Förderpreis für wissenschaftliche Essays geht an vier Studentinnen der Universität Vechta, ein weiterer Förderpreis an einen 22-jährigen Oldenburger für die technisch-künstlerische Ausführung eines Dokumentarfilms.

Hauptpreise gehen nach Göttingen und Stade

Weil manche Leistungen mit objektiven Kriterien nicht zu vergleichen waren, stand am Ende die Entscheidung für zwei Hauptpreise. Einen der beiden erhält eine Absolventin der Universität Göttingen für ihre Masterarbeit, den anderen eine junge Grundschullehrerin aus Stade für ihr Berichten von einer Freundschaft zu einer 80 Jahre älteren Frau. „Als wir den Preis ausgelobt haben, konnte niemand ahnen, dass das Thema zum Zeitpunkt der Verleihung durch den Krieg in der Ukraine von einer unfassbar schockierenden Aktualität begleitet werden sollte“, erklärte Editha Westmann. „Der Verlust der Heimat hat schon vor über 75 Jahren Millionen Menschen schwer traumatisiert. Für junge Leute ist es heute eine enorme Herausforderung, sich dem Thema ‚Heimatvertriebene‘ zu nähern. Es kann erhellend sein, es kann tiefe Emotionen hervorrufen, es kann eine Gratwanderung sein. Unsere Preisträger haben sich auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Thema befasst und sowohl die Jury als auch mich tief beeindruckt.“

Dieser Artikel erschien am 16.5.2022 in Ausgabe #091.