
Sonja Anders, Intendantin des Staatstheaters Hannover, findet es wichtig, dass die städtischen Theater einen größeren Fokus auf Kunst- und Kulturvermittlung legen. „Die große Herausforderung ist es, die kulturelle Bildung in die Breite zu bringen. Wir können heute nicht mehr davon ausgehen, dass jemand Kleist ohne weiteres versteht. Da muss man anders ansetzen“, sagte die Dramaturgin in der Veranstaltung „Unternehmerkultur“ des Instituts der Norddeutschen Wirtschaft (INW) in Hannover. Das Staatstheater biete in der aktuellen Spielzeit rund 200 Workshops an, die den Theatergenuss der dazugehörigen Stücke in keiner Weise schmälern würden.
„Die Theater sind schon lange nicht mehr nur Theater. Sie sind Orte der Diskurse und der umfassenden Bildung. Wir verhandeln hier nicht nur Seelenlandschaften, sondern auch die großen gesellschaftlichen Themen“, sagte Anders, die zum 1. August 2025 als Intendantin zum Hamburger Thalia Theater wechseln wird. Hannover nannte die gebürtige Hanseatin als eine „im Grunde wahnsinnig offene Stadt“. „Wir haben ein offenes Publikum, das ‚Yaras Hochzeit‘ genauso wie Hamlet abfeiert“, sagte Anders. Christian Riedel vom Batteriehersteller Clarios (ehemals Varta) fand für die Landeshauptstadt als Wirtschaftsstandort ebenfalls lobende Worte. „Die Wege sind unglaublich kurz und die Kultur sehr, sehr hochwertig“, sagte Riedel. Heiko Engelhardt vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte, das das Netzwerktreffen zwischen Wirtschaft und Kultur mitveranstaltete, betonte: „Es ist wichtig, dass die Stadt und die Unternehmen die richtige Strahlkraft haben.“


