Stationsapotheker könnten besser auf die Dosierung achten. Dies spare Geld und sei zugleich für die Patienten besser, meint die Apothekerkammer - Foto: denisismagilov[/caption]
„Der Stationsapotheker ist internationaler Standard, Deutschland hängt leider deutlich hinterher“, sagte Linz. „Die Patientensicherheit ist ein ganz hohes Gut. Patienten müssen Vorrang vor der Ökonomie haben.“ Ein Gesetz sei auch deshalb nötig, weil man bei der Patientensicherheit nicht auf Freiwilligkeit setzen könne. In Niedersachsen wollte die Politik nach den Patientenmorden durch den Krankenpfleger Niels H. den Patientenschutz stärken und unter anderem Stationsapotheker einführen. Dem Gesetzentwurf zufolge muss jede Klinik ab 300 Betten einen Stationsapotheker haben.
Matthias Bohn, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker, bemängelte auch die Zahl der Krankenhausapotheker in Deutschland. Der Krankenhausapotheker versorgt die Klinik mit Arzneimitteln und sichert zum Beispiel den Dialyse- und Laborbedarf. Stationsmediziner nehmen dagegen auch an medizinischen Visiten teil und führen eigenständige pharmazeutische Visiten durch. Bohn sagte, fast nirgends in Europa gebe es so wenig Krankenhausapotheker wie in Deutschland. „Pro 100 Betten gibt es hier weniger als 0,4 Krankenhausapotheker, in Niedersachsen liegt die Quote bei 0,375.“ Nur in Bosnien-Herzegowina sei das Zahlenverhältnis noch schlechter.


