Ein dreistelliger Millionenbetrag könnte in der Kasse fehlen - Foto: weyo[/caption]
Der Zeitplan sieht nun so aus, dass zunächst die Finanzreferenten der Ministerien im Dialog mit den Fachleuten im Finanzministerium die Masse der Vorhaben abklären. Dabei bleiben „offene Punkte“ übrig – das sind zumeist Projekte, die die Fachministerien gern finanzieren möchten, der Finanzminister aber kein Geld dafür geben möchte. In den Ministergesprächen Ende Mai versucht Hilbers dann, sich mit den jeweiligen Ministern zu verständigen. Gelingt das nicht, so bleibt die Klärung der restlichen Konflikte der Klausurtagung des Kabinetts vorbehalten, die in diesem Jahr am 30. Juni beginnt und am 1. Juli enden soll. In den vergangenen Jahren hatte dieser alljährliche Termin der Haushaltsklausur an medialem Reiz verloren, weil die Kassen prall gefüllt waren und in der Ministerrunde eigentlich keine ernsthaften Streitfragen mehr zu lösen waren. Nach allem, was derzeit verlautet, dürfte das in diesem Jahr nun anders sein.
Wenn die Steuerschätzung das Ergebnis haben wird, dass im Etat für 2020 ein Betrag zwischen 100 und 500 Millionen Euro fehlen wird, so muss der Rotstift angesetzt werden – und dies wird nach den Erfahrungen der Vergangenheit zunächst pauschal geschehen, in jedem Ministerium nach dem gleichen Prozentsatz, der sich auf das Haushaltsvolumen und die Möglichkeiten der Einsparungen bezieht. Personalintensive Ressort wie das Kultusministerium haben es hier naturgemäß schwieriger als etwa das Sozialressort, das über viele Ausgabeprogramme verfügt. Eine „globale Minderausgabe“ anzusetzen – also die Kürzungen auf das Ende des Haushaltsjahres zu verschieben - dürfte dann schwer fallen, wenn die Steuerschätzung nicht nur eine Konjunkturschwäche im Jahr 2020, sondern ein dauerhaftes Absenken der Einnahmen auch in den darauf folgenden Jahren vorhersagen sollte.


