1. Sept. 2015
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Straßenprojekte des Bundes verteuern sich um 50 Prozent

(rb) Hannover. Die „eklatanten Kostensteigerungen“, die der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne) bei Straßenbauprojekten in Südniedersachsen anprangert, sind nach Angaben des Bundes der Steuerzahler nicht auf die Region beschränkt. Der Verband verweist auf die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage aus dem Mai, nach der von den zwischen 2009 bis 2014 freigegebenen 33 Bundestraßen und Bundesautobahnen in Niedersachsen nur vier Abschnitte im Kostenrahmen geblieben seien. Bei 13 Straßenprojekten seien die Kosten zwischen 40 und 82 Prozent gewachsen, bei vier weiteren hätten sie sich sogar verdoppelt. Bernhard Zentgraf, Vorsitzender des Steuerzahlerbundes, nennt als Grund den Mangel an wirksamer Kostenkontrolle; zudem fehle es an sorgfältiger Planung, gründlicher Bedarfsermittlung und durchgängigem Kostenbewusstsein. Weitere Ursachen seien die oft langen Zeitspannen zwischen Planung und Realisierung, die allgemeine Baupreissteigerungen zur Folge hätten, oder auch geänderte technische Richtlinien, etwa zum Lärmschutz, die die Projekte ebenfalls verteuerten. Die höchste Baukostensteigerung weist nach Angaben der Bundesregierung die Ortsumgehung Barbis (B243 Bad Lauterberg-Bad Sachsa) auf: von 40 Millionen auf 95,9 Millionen Euro (+140 Prozent). Beim Ausbau des Autobahnabschnitts zwischen Lohne/Dinklage und dem Autobahndreieck Ahlhorner Heide hätten sich die Kosten von 42,5 Millionen auf 85,1 Millionen Euro verdoppelt. Auf einen Zuwachs um 81 Prozent auf 64,3 Millionen Euro brachte es der Ausbau des Autobahnkreuzes Hannover Ost (A7). Bei den Ortsumgehungen schlug Kirchweyhe (B4) mit einem Plus von 143 Prozent auf 11,2 Millionen Euro am heftigsten zu Buche, gefolgt von Schortens an der B210 (+ 97 Prozent auf 46,2 Millionen Euro), Otterndorf an der B73 (+82 Prozent auf 24,2 Millionen Euro) und Lüchow an der B248 (+80 Prozent auf 17,8 Millionen Euro). Lediglich der Ausbau der A39 zwischen den Autobahndreiecken Braunschweig Südwest und Süd sei mit 16,4 Millionen Euro vollständig im Rahmen geblieben, heißt es. Niedriger als veranschlagt blieben demnach drei Bauprojekte: der Abschnitt zwischen Ehlershausen und Celle an der B3 (minus 28 Prozent auf 18 Millionen Euro), zwischen Wallenhorst und Bramsche an der B68 (minus zehn Prozent auf 17,5 Millionen Euro) und zwischen Nienburg und Elvese an der B6 (minus 6,5 Prozent auf zehn Millionen Euro). In der Gesamtbetrachtung haben sich die Straßenbauprojekte des Bundes in diesem Zeitraum von veranschlagten 736 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro verteuert (+49,8 Prozent).
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #157.
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