Studentenwerk fordert mehr öffentliche Förderung für Wohnraum
(rb) Hannover. Vom Wintersemester 2016/17 an müssen Studierende in Hannover mit 95 Euro Semestergebühren 15 Euro mehr als bisher zahlen. Davon sollen neun Euro in ein knapp 49 Millionen Euro umfassendes Neubau- und Sanierungsprogramm fließen. Bis zum Jahr 2023 sollen 300 dringend benötigte neue Wohnplätze für Studierende geschaffen und mehr als 1000 Appartements umfassend saniert werden. Das hat der Verwaltungsrat des hannoverschen Studentenwerks jetzt beschlossen. Außerdem wurde eine Resolution verabschiedet, in der deutliche Kritik an der Politik auf kommunaler, auf Landes- und Bundesebene formuliert ist: Bund, Land sowie Region und Stadt müssten jetzt handeln. „Die soziale Infrastruktur muss mit der Zahl der Studierenden mitwachsen“, forderte Studentenwerk-Geschäftsführer Eberhard Hoffmann. Die Versorgungsquote in Hannover sinke auf ein historisches Tief: Aktuell könnten nur 6,1 Prozent der Studierenden einen Platz im Wohnheim bekommen (bundesweit 9,9 Prozent). Besonders hart treffe der Mangel Studienanfänger/innen aus dem Ausland. Nach 2011/2012 und 2013 sei es nun erneut erforderlich, für den dringend gebotenen Ausbau und Erhalt des Wohnheimbestands in der Landeshauptstadt die Studierenden zur Kasse zu bitten. Der Verwaltungsrat des Studentenwerks Hannover und die darin vertretenen Hochschulleitungen und Studierenden bedauerten, dass Bund, Land und Stadt Hannover die erforderlichen Neubau-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen nicht ausreichend durch Zuschüsse, Bürgschaften oder Kapitaldiensthilfen unterstützen, heißt es darin.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #227.