Tarifentgelte: Der öffentliche Dienst hinkt hinterher - Quelle: Hans-Böckler-Stiftung[/caption]
Einen weiteren Augenmerk legte die Gewerkschaft auf die Entwicklung der befristeten Arbeitsverträge in den Ländern. Der Anteil der Befristungen im öffentlichen Dienst stieg im Verlauf von zehn Jahren im Bund von etwa 10 auf 15 Prozent und liegt damit in etwa auf demselben Niveau wie der Anteil in der Gesamtwirtschaft. Bei den Kommunen liegt der Wert nur bei etwa sieben Prozent, bei den Ländern hingegen bei 27 Prozent. „Die Zahlen haben uns selbst etwas erschrocken“, sagte Ahting. „Die Politik darf nicht nur in Sonntagsreden Wein predigen und dann Wasser ausschenken. Wir sehen hier absoluten Handlungsbedarf.“ Der niedersächsische Verdi-Chef kritisierte vor allem den hohen Teil von sogenannten „sachgrundlosen Befristungen“. Sie stehen im Gegensatz zu Schwangerschaftsvertretungen oder Projekten, bei denen es einen sachlichen Grund für eine Befristung gibt.
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Ahting kritisierte, das Thema Fachkräftemangel scheine bei den Ländern noch nicht angekommen zu sein. Das sehe man auch im Bereich der Ausbildung, den die Länder seiner Meinung zu lange haben schleifen lassen. „Jetzt merken sie, dass es nicht so einfach ist, neue Kräfte zu bekommen“, so der Verdi-Chef. Auch die fehlende sechste Stufe in manchen Entgeltgruppen sei ein Nachteil der Länder im Wettbewerb mit den Kommunen. Ahting sprach von Verwerfungen, die es allein in der öffentlichen Hand gebe.
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Von den Tarifverhandlungen betroffen sind über 81.000 Beschäftigte und etwa 4000 Auszubildende in Niedersachsen. Verdi fordert, dass das Tarifergebnis auch auf die knapp 130.000 Beamten im Land übertragen werden soll.

