Verdi: In Niedersachsen und Bremen fehlen 15.500 Pflegekräfte
Zum internationalen Tag der Pflege bemängelt die Gewerkschaft Verdi fehlende Pflegekräfte in den Kliniken. „Allein in Niedersachsen und Bremen fehlen insgesamt 15.500 Kräfte, um einen guten Standard sichern zu können. Das ist eine erschreckend hohe Zahl“, sagt Verdi-Landesbezirksleiter Detlef Ahting im Gespräch mit dem Rundblick. Das werde zum Beispiel häufig bei den Nachtdiensten besonders deutlich. „In der Nacht kommt oft nur eine Kraft auf mehr als 26 Patienten. Wenn dann an einer Stelle etwas zu tun ist, und ein anderer klingelt, wird es richtig eng. Komme dann noch etwas dazu, muss die Pflegefachkraft einer anderen Station helfen, die aber auch für 26 Patienten zuständig ist“, so Ahting. Die Gewerkschaft fordere deshalb, dass eine Station in der Nacht immer mit zwei Pflegekräften besetzt sein müsse. Für Ahting ist nicht nur den Bund, sondern auch das Land gefordert. „Wir würden uns wünschen, dass die Bundesländer Zulassungen und Investitionen an Bedingungen knüpfen und einen Mindeststandard, auch bei der Personalausstattung, vorgeben.“ Die Gewerkschaft will an diesem Freitag mit Aktionen in mehr als 20 Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen auf die Situation in der Pflege aufmerksam machen.
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Dem von Sozialminister Cornelia Rundt vorgeschlagenen Pflegegeld steht er aufgeschlossen gegenüber. „Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht, werden wir das sinnvollerweise mit in den Blick nehmen müssen“, sagt Ahting. Anderenfalls bringe man Menschen in die Situation, die Betreuungsfrage alleine privat lösen zu müssen. Dennoch werde ein Pflegegeld die Herausforderungen in der Pflege nur bedingt lösen können, weil Angehörige zwar eine Grundversorgung sicherstellen könnten. Professionelle Pflegeleistung werde aber darüber hinaus dennoch erforderlich sein.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #89.