Noch will Stephan Weil die Geschicke der Bundes-SPD nicht in die Hand nehmen - Foto: MB.[/caption]
Allerdings: Das ist eine Aussage für den gegenwärtigen Zeitpunkt – in wenigen Wochen könnte es anders ausschauen. Nach Informationen des Politikjournals Rundblick soll Weil seine eingeschränkte Absage am Wochenende gegenüber den kommissarischen SPD-Vorsitzenden Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig so geäußert haben. Allerdings gibt es aus niedersächsischen SPD-Kreisen keine Bestätigung dafür, dass es sich hier schon um eine endgültige Klärung der Personalfrage handele. Mit anderen Worten: Diese Erklärung von Weil ist eine Momentaufnahme. Die Lage könnte sich noch ändern, womöglich auch noch nach dem offiziellen Ende der Bewerbungsfrist für den SPD-Vorsitz in etwa fünf Wochen, nämlich Ende August.
https://twitter.com/larsklingbeil/status/1154670277999169536
Damit bleibt die Situation nach wie vor unübersichtlich. Klar scheint zunächst nur so viel zu sein: Unter den gegenwärtigen Umständen erklärt Weil, dass er kein Interesse an einer Kandidatur hat. Er empfiehlt aber den Namen von Klingbeil, wenn es um einen Bewerber aus Niedersachsen geht. Nun bleibt zu diesem Zeitpunkt ungewiss, ob Klingbeil überhaupt Bereitschaft zur Bewerbung zeigen wird. Aus diesem Umständen und Weils interner Erklärung spricht außerdem, dass ein anderer aus Niedersachsen, Innenminister Boris Pistorius (59) aus Osnabrück, wenig Chancen auf die Nahles-Nachfolge haben dürfte. Wäre der Minister ernsthaft interessiert gewesen an der Parteiführung, so hätte ihn Weil jetzt wohl auch als möglichen Bewerber (neben Klingbeil) genannt. Er tat es aber offensichtlich nicht. Es bleibt allerdings dabei, dass Pistorius großes Interesse an einer neuen politischen Aufgabe und Herausforderung hat.


