
Thorsten Gröger, Leiter des IG-Metall-Bezirks Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, meldet einen „fast historischen Zulauf“ von 10.000 neuen Mitgliedern für seinen Gewerkschaftsbezirk seit Januar 2022. Zum Jahresende seien in den zwölf Geschäftsstellen damit rund 265.000 Mitglieder registriert worden, womit sich die IG Metall erstmals wieder gegen den Abwärtstrend der vergangenen Jahre stemmt. 2015 waren noch 278.000 Gewerkschafter im Bezirk registriert. „Insbesondere die Corona-Delle konnte in der Mitgliederentwicklung wieder wettgemacht werden“, sagte Gröger. Er wertet den jüngsten Mitgliederzuwachs als Vertrauensbeweis. „Die Belegschaften wissen, dass gut organisierte Mannschaften besser durch Krisen kommen und schätzen eine starke Mitbestimmung im Betrieb.“ Der Tarifstreit in der Metall- und Elektroindustrie habe gezeigt, „dass erfolgreiche Tarifabschlüsse nicht vom Himmel fallen“.
Nur durch bundesweite Warnstreiks, an denen rund eine Million Metaller beteiligt gewesen seien, habe die Gewerkschaft „spürbare Entgelterhöhung“ und „wuchtige Einmalzahlungen“ durchsetzen können. Gröger kündigte an, dass die IG Metall ihren Druck auf die Politik erhöhen werde, „sodass diese für die hart arbeitenden Menschen im Land weitere Entlastungsmaßnahmen auf den Weg bringt“. Zudem wolle die Gewerkschaft bei den Tarifrunden im Handwerk auf Entgelterhöhungen drängen und zum Jahreswechsel in der Stahl- und Eisenindustrie an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die Tarifpartner in der Stahlbranche hatten sich im Sommer 2022 auf ein Lohnplus von 6,5 Prozent mit einer Laufzeit von 18 Monaten geeinigt, sowie auf eine Einmalzahlung von 500 Euro.


