Lesen Sie auch: Im Nordwesten häufen sich die Wirtschaftssorgen Experten einigen sich: Windräder auf 2,1 Prozent der Landesfläche
Mehr Solar wagen: Gerade in Niedersachsen gebe es beim Ausbau der Solarenergie noch unglaublich viel Potential, meint LEE-Chefin Heidebroek. Auch hier solle das Raumordnungsprogramm genutzt werden, um zu schauen, welche Flächen noch für die Solarenergie genutzt werden könnten. Doch die Erfahrung macht sie hier vorsichtig: Man sollte vorher ganz genau hinschauen, damit man nicht in den nächsten Konflikt um die Nutzung von Flächen gerät. Heidebroek plädierte deshalb für einen „Masterplan Solar“ für Niedersachsen und Bremen. Der Zwei-Städte-Staat hat kürzlich eine Solarpflicht für Neubauten beschlossen. Heidebroek wünschte sich, dass in Niedersachsen zumindest überprüft wird, welche Dachflächen noch genutzt werden können. Beim Branchentag Erneuerbare Energien berichtete Bremens Umweltsenatorin Maike Schaefer, wie versucht wird, Bremen und Bremerhaven zur „Solarcity“ zu machen. Neben der bereits genannten Pflicht für Photovoltaik-Anlagen auf allen geeigneten Neubauten, hat sich Bremen ein Solardach-Kataster zugelegt. Dazu sei man über die Stadt geflogen und habe ermittelt, wo es schon Solaranlagen auf den Dächern gibt und welche Dächer noch Potential haben. Über eine Online-Datenbank kann nun jeder Bürger die Eignung seines Daches einsehen, kann seinen eigenen Verbrauch eintragen und dann errechnen lassen, ob sich ein Solardach lohnen würde. „Wir wollen Solar lecken machen“, sagte Schaefer.
Farbenlehre beim Wasserstoff: Der neuste Trend in der Energiebranche ist es, Wasserstoff als Energieträger einzusetzen. Bund und Land haben inzwischen eigene Wasserstoffstrategien vorgelegt. Doch Wasserstoff ist nicht gleich Wasserstoff – es gibt blauen, grünen und gewissermaßen dazwischen noch türkisen Wasserstoff. Entscheidend ist die Art und Weise der Erzeugung: Blauer Wasserstoff wird aus Erdgas gewonnen, bei der Erzeugung entsteht das schädliche Treibhausgas CO2. Beim türkisen Wasserstoff wird versucht, die CO2-Bildung zu unterbinden, so dass nur noch Kohlenstoffmoleküle herauskommen, die man dann anderweitig verwenden könnte. Grüner Wasserstoff hingegen entsteht grob gesagt dadurch, dass (im Idealfall durch Windenergie erzeugter) Strom auf Wasser gelegt wird und so Wasserstoff- uns Sauerstoffatome getrennt werden. Die LEE-Vorsitzende mahnte: „Wasserstoff muss grün sein, sonst ist es eine klimapolitische Mogelpackung.“
Von Niklas Kleinwächter

