21. Jan. 2022
Wirtschaft

Wirtschaftsinstitut Ifo erwartet weitere Preissteigerungen in allen Branchen

Die Saldenwerte bei den Preiserwartungen geben an, wie viel Prozent der Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen. Abgezogen wird der Prozentwert derer, die ihre Preise senken wollen. Neutrale Antworten bleiben unberücksichtigt. Der Saldo wurde saisonbereinigt. Das ifo Institut fragt nicht nach der Höhe der geplanten Preisänderung.

Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturprognosen beim Wirtschaftsforschungsinstitut ifo, kündigt weitere Preissteigerungen in allen Wirtschaftszweigen an. Der Preiserwartungs-Index ist zwar im Dezember wieder etwas gesunken. Doch quer durch alle Branchen liegen die Preiserwartungen bei 44,6 Punkten. Dabei handelt es sich um einen Saldowert, das heißt die Zahl der Unternehmen, die ihre Preise senken wollen, ist schon abgezogen worden. Teuerungen sind vor allem in Einzelhandel (60 Saldopunkte), Großhandel (57) und Industrie (55) zu erwarten. Bei den Dienstleistern wurden zwar nur 34 Punkte gemessen, doch das ist ein neuer Rekordwert. „Die Unternehmen geben die gestiegenen Kosten für Energie sowie bei der Beschaffung von Vorprodukten und Handelswaren weiter“, erläutert Wollmershäuser. Zweitrundeneffekte erwartet der ifo-Experte noch nicht: „Die bisherigen Lohnverhandlungen deuten auf keine Lohn-Preis-Spirale hin. Wir erwarten, dass die Tariflöhne in diesem und im kommenden Jahr um knapp zweieinhalb Prozent zulegen. Das wäre dann so stark wie im Durchschnitt der Jahre vor der Corona-Krise.“

Dieser Artikel erschien in Ausgabe #011.
Christian Wilhelm Link
AutorChristian Wilhelm Link