Olaf Lies, Wirtschaftsminister, tritt bei der Finanzierung der Klima-Transformation der deutschen Wirtschaft für mehr staatliche Beteiligungen ein. „Der Staat sollte nicht nur als Geldgeber auftreten, sondern auch in die Verantwortung gehen“, sagte Lies bei einer Diskussionsveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Hannover. Anstelle der „verlorenen Zuschüsse“ an die Unternehmen wäre es klüger, wenn der Staat durch Beteiligungen ein nachhaltiges Vermögen für seine Bürger schafft, so der SPD-Politiker.

„Das ist der Weg und das muss jetzt ausformuliert werden“, bestätigte Prof. Jens Südekum. Laut dem Wirtschaftsökonom aus Düsseldorf dürfe man dabei keine Angst vor einzelnen Fehlinvestitionen haben. „Der Staat muss da mit einem Portfolio-Gedanken drangehen“, sagte Südekum. Bei neun guten Investitionen sei auch mal eine Pleite verschmerzbar. „Joint-Ventures zu gründen, ist nicht verwerflich“, bestätigte auch der niedersächsische DGB-Chef Mehrdad Payandeh. Der Gewerkschafter forderte die Politik dazu auf, strategisch wichtige Industrieunternehmen gezielt für eine Ansiedlung in Deutschland anzuwerben. Insbesondere Photovoltaik-Anlagen müssten wieder hierzulande produziert werden.


