Lesen Sie auch: Mehr berufliche Orientierung? Handwerk erwartet mehr von Tonnes Erlass „Wir bemühen uns, bei Abiturienten das Interesse am Handwerksberuf zu wecken“
Auf dem zweiten Platz der Problem-Tabelle rangiert immer noch das Thema Fachkräfte. Auch hier gibt es eine deutliche Steigerung zum Jahr 2016. Sahen damals noch 47 Prozent der Unternehmen die Gewinnung von Fachkräften als große Herausforderung, sind es inzwischen 60 Prozent. Deutlich über zwei Drittel der Unternehmen geben an, ihre Entwicklungsmöglichkeiten seien durch fehlende Bewerber eingeschränkt. „Die berufliche Bildung muss in Niedersachsen und Deutschland insgesamt weiter aufgewertet werden“, forderte Schneider. Ein Kernproblem sieht er in einer seiner Meinung nach mangelnden Berufsorientierung.
Die berufliche Bildung muss in Niedersachsen und Deutschland insgesamt weiter aufgewertet werden.
„Das muss eine Kernaufgabe jeder Schule sein und nicht nur nebenbei laufen. Auch im Kultusministerium muss diesem Thema eine besondere Bedeutung beigemessen werden.“ Schneider forderte ein eigenes Referat „Berufliche Orientierung“ mit der entsprechenden personellen Ausstattung. Vor wenigen Tagen hatte bereits der FDP-Bildungsexperte Björn Försterling im Politikjournal Rundblick eine Aufwertung der Berufsorientierung im Kultusministerium gefordert und die aktuelle „Ansiedlung in einem Sammelreferat für vieles“ kritisiert. Schneider plädierte darüber hinaus dafür, die Berufsausrichtung im allgemeinbildenden Bereich weiter zu forcieren. „Sie ist kurz- bis mittelfristig als Fach in der Lehreraus- und -fortbildung zu integrieren“, forderte der NHT-Präsident.
Mehr als 80 Prozent der Betriebe lehnen einen größeren bürokratischen Mehraufwand zur Umsetzung der Energie- und Klimawende vehement ab. Das bürokratische Fass ist voll.
Passend zur aktuellen Debatte hatte die Kammer die Unternehmen diesmal explizit nach ihren Ansichten zum Thema Klima- und Energiepolitik gefragt. Dabei stuften fast 90 Prozent der Handwerker in Niedersachsen das Thema als wichtig ein. Das ist wenig überraschend, schließlich können die Unternehmen mit dem Klimaschutz Geld verdienen. Etwa die Hälfte der Betriebe, darunter Heizungsbauer, Dachdecker oder Elektrotechniker, gab an, durch ihr eigenes Angebot zu mehr Energieeinsparung und Klimaschutz beizutragen. Zugleich warnte die breite Mehrheit der befragten Unternehmen davor, klimaschutzpolitische Maßnahmen mit noch mehr Bürokratie einhergehen zu lassen. „Mehr als 80 Prozent der Betriebe lehnen einen größeren bürokratischen Mehraufwand zur Umsetzung der Energie- und Klimawende vehement ab. Das bürokratische Fass ist voll“, betonte Schneider.

