5. Jan. 2016
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Zum Tage: 30 Jahre Nationalpark Wattenmeer

(rb) Zum Jahreswechsel hat sich die Einrichtung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer zum 30. Mal gejährt. Zum 1. Januar 1986 trat in Niedersachsen eine Verordnung in Kraft, die die Tier- und Pflanzenwelt an der Nordseeküste unter den besonderen Schutz eines Nationalparks stellte. Ein Umweltministerium hatte die damalige schwarzgelbe Landesregierung noch nicht; das wurde erst ein halbes Jahr später unter dem ersten niedersächsischen Ressortminister Dr. Werner Remmers geschaffen. Für den heute amtierenden grünen Umweltminister Stefan Wenzel begann mit der Einrichtung des Nationalparks gleichwohl eine „naturschutzpolitische Erfolgsgeschichte von Weltrang“. Die Umweltverbände sprechen von einem „Meilenstein“ für den Schutz des einmaligen Lebensraums an der Nordseeküste. Mittlerweile ist der Nationalpark niedersächsisches Wattenmeer nicht nur Teil eines länderübergreifenden Schutzgebietes, sondern einer gemeinsamen Weltnaturerbestätte von Deutschland, Dänemark und den Niederlanden, sagte Wenzel anlässlich des 30. Jahrestages nicht ohne Stolz. Denn es stehe in einer Reihe mit dem Yellowstone Park in den USA, dem australischen Barrier Reef und der Serengeti in Tansania/Kenia. Wie der Umweltminister würdigten auch die Umweltverbände die aktuellen Fortschritte beim Ausbau des Nationalparks wie etwa die Schaffung von neuen Rangerstellen, die länderübergreifende „Flyway“-Initiative zum Schutz der Vögel von der Arktis bis nach Afrika und das gemeinsame, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Tourismuskonzept. An der Küste könne man stolz darauf sein, dass nunmehr Seehunde wieder auf einen großen Bestand angewachsen und die einst im Wattenmeer ausgerotteten Kegelrobben zurückgekommen seien, viele Salzwiesen geschützt würden und Millionen von Küstenvögeln mehr Ruhe zum Rasten und Brüten finden, hieß es beim WWF (Word Wide Fund for Nature). Neben viel Lob gab es auch Verweise auf nach wie vor bestehende gravierende Schwächen, etwa vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland): Die Mündungen von Elbe, Weser und Ems, die eng mit dem Wattenmeer verbunden seien, würden vor allem zugunsten von Schifffahrt und Hafenwirtschaft extrem genutzt. Mit Flussvertiefungen, Baggerungen und Verklappungen, aber auch mit Gaspipelines und Kabeltrassen für die Offshore-Windparks werde sehr stark in den Wattenmeerboden eingegriffen und so eine natürliche Entwicklung in großen Teilen des Nationalparks erheblich erschwert oder gar verhindert. Zudem sei der biologische Teil der Unterwasserwelt kaum geschützt. Einig sind sich die Umweltverbände mit Ressortminister Wenzel darin, dass der Klimawandel und der damit verbundene Anstieg des Meeresspiegels neben der Ölverschmutzung, der Jagd, Schadstoffen, Fischerei und Schifffahrt sowie unsensiblen Formen des Tourismus die größte Bedrohung für den Naturschutz im Wattenmeer darstellen. Klimazonen sowie die Lebensräume der Tiere und Pflanzen könnten sich massiv verschieben oder auch ganz verschwinden, befürchten sie. Wenzel warb für den unterirdischen Ressourcenschutz als Beitrag, um das kollektive Naturerbe dauerhaft zu bewahren. az
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #2.
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