Ich bin gespannt darauf, von Jugendlichen zu erfahren, ob unsere demokratischen Werte noch so selbstverständlich sind, wie wir Politiker meinen, das sie es sind.
Die Landtagspräsidentin hat ihr Arbeitsprogramm für dieses Jahr vorgestellt, unter dem Schlagwort „offenes Plenum“ stand 2018 im Zeichen der Gleichberechtigung und der Förderung von Frauen in der Politik. Dass nun zum Ende des Jahres auch Ministerpräsident Stephan Weil die Forderung nach einem „Parité“-Gesetz in Niedersachsen unterstützt habe, stelle sie sehr zufrieden, meint die Landtagspräsidentin. Sie rechne damit, dass es auf absehbare Zeit in Niedersachsen gesetzliche Hebel geben könne, den Anteil von Frauen in Parlamenten zu erhöhen. „Das wird wohl noch nicht zur nächsten Landtags- und zur nächsten Kommunalwahl der Fall sein, aber später dann schon.“ Das gängigste Modell der Frauenförderung sieht vor, bei der Landtagswahl je Wahlkreis zwingend einen Mann und eine Frau als Abgeordnete zu wählen. Das bedeutet aber, die Wahlkreise doppelt so groß zu schneiden wie bisher – und da jeder Neuzuschnitt von Wahlkreisen mit Blick auf die spätere Mehrheitsbildung geschieht, ist das eine hochpolitische, hochsensible und höchst umstrittene Angelegenheit. Die CDU in Niedersachsen und auch die SPD-Landtagsfraktion haben schon signalisiert, einen solchen Neuzuschnitt keinesfalls übers Knie brechen zu wollen.
2019 steht für Andretta nun das Thema „Jugend“ im Vordergrund. Es gehe vor allem darum, engagierte junge Leute vorzustellen und den Dialog zu fördern. „Ich bin gespannt darauf, von Jugendlichen zu erfahren, ob unsere demokratischen Werte noch so selbstverständlich sind, wie wir Politiker meinen, dass sie es sind.“ Am heutigen Montag diskutieren Jugendliche, die sich in der Gedenkstättenarbeit engagieren, über die Erinnerungskultur in der Zukunft. Am 29. Januar gibt es einen großen Empfang für ehrenamtlich engagierte Jugendliche im Landtag, für Anfang Juni ist eine „Kinderkonferenz“ im Landtag geplant. Daneben ist für dieses Jahr noch ein „Tag der offenen Tür“ im Plenarsaal geplant – dieser soll am 24. August stattfinden. Nach dem Umbau des Plenarsaals steigt die Besucherzahl steil an. 2013 zählte man noch 438 Gruppen mit 13.000 Gästen, fünf Jahre später, nach Abschluss der Generalsanierung, sind es 816 Gruppen mit 26.000 Gästen gewesen.
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