"Auch schwächere Jugendliche brauchen eine Chance": Klaus Stietenroth (rechts), Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit - Foto: MB.[/caption]
Der DGB kritisierte, die Zahlen der Bundesagentur gäben keinen Überblick über den gesamten Ausbildungsmarkt, da weder jede Stelle noch jeder Bewerber bei der Bundesagentur gemeldet sei. Insgesamt seien mehr als 10.400 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Damit kämen auf eine unbesetzte Stelle rund 3,3 Bewerber. Viele Jugendliche hingen auch in Warteschleifen fest. Auch beim DGB sieht man vor allem Nachteile für schwächere Bewerber. Nur rund 38 Prozent der bundesweit angebotenen Ausbildungsplätze richteten sich an Hauptschüler. Damit blieben mehr als 60 Prozent der angebotenen Stellen Jugendlichen mit Hauptschulabschluss verwehrt.
Lesen Sie auch:
Es gebe ein Recht auf Ausbildung und freie Berufswahl, sagte DGB-Experte Niggemeyer. Deshalb müsste es seinen Worten zufolge deutlich mehr Ausbildungsplätze als Bewerber geben. „Es macht keinen Sinn, einen Vegetarier dazu zu zwingen, Fleischer zu werden. Es ist schließlich sinnvoll, wenn man einen Beruf ergreifen kann, der ein wenig den eigenen Neigungen und Fähigkeiten entspricht.“ Der DGB plädierte erneut für eine Ausbildungsumlage, die Niggemeyer als den Königsweg bezeichnete. Dabei zahlt jeder Betrieb Geld in einen Fonds ein. Betriebe, die ausbilden, bekommen daraus Geld erstattet. Eine Alternative könnte dem DGB zufolge eine Ausbildungsgarantie nach dem Vorbild Hamburgs sein. Erfolglose Bewerber gehen dort für ein Jahr an die Berufsfachschule. Wer danach immer noch keine Lehrstelle bekommt, erhält einen staatlich finanzierten Ausbildungsplatz bei Trägern.

