Mehrere Dutzend haben sich auf den Weg gemacht
Nach dem Bericht der Polizei über die damaligen Ereignisse hatten Atomkraftgegner am Nachmittag des Tages erst vor dem Erkundungsbergwerk Gorleben demonstriert, es hätten sich dort zwischen 1000 und 1700 Teilnehmer eingefunden. Unter den Begriffen „kulturelle Landpartie“ und „Widerstandspartie“ hätten sie dort auf ihre Ziele aufmerksam gemacht. Inzwischen haben auch einige von denen, die dort aufgetreten sind, sich scharf von der Gruppe distanziert, die dann einen Plan fasste, den in der Lüchow-Dannenberger Umweltszene bekannten Polizisten in seinem Wohnhaus aufzusuchen. Wie die Polizei mitteilt, hätten „mehrere Dutzend“ der Teilnehmer sich in Gorleben auf dem Weg zum Wohnhaus des Beamten gemacht – ins 30 Kilometer entfernte Hitzacker.Lesen Sie auch: Landespolitik verurteilt Hass-Attacke auf Polizisten in Hitzacker Warum der Fall Hitzacker Defizite in unserer politischen Kultur aufdeckt
Der Polizist selbst sei zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause, sondern noch in Gorleben gewesen. Er habe dann gegen 20 Uhr einen Anruf seiner Frau erhalten, dass sich „eine größere Menschenmenge“, davon einige „in bedrohlicher Weise“, vor dem Wohnhaus aufhielten. Einige Demonstranten seien vermummt gewesen, sie habe auch merkwürdige Geräusche wahrgenommen – etwa Schläge gegen die Hauswand oder das Zünden von Pyrotechnik. Unklar bleibe, ob sie auch Parolen gerufen hätten. Am Carport des Gebäudes sind offenbar Transparente befestigt worden. Eine knappe halbe Stunde nach dem Anruf der Ehefrau kamen dann Polizisten zu dem Haus, sie hätten dann nur noch eine Personengruppe angetroffen, die sich schon habe entfernen wollen. 55 Personen seien aber gestellt worden, deren Personalien wurden notiert. Manche der Teilnehmer seien zuvor bei der Veranstaltung im 30 Kilometer entfernten Gorleben dabei gewesen. Nach Mitteilung des Innenministeriums prüft jetzt die Polizeiinspektion im benachbarten Landkreis Harburg, inwieweit Straftaten begangen worden sind.


