9. Aug. 2018
Umwelt

BUND kritisiert Pläne von Lies und Althusmann zur Vertiefung der Außenems

Beim dritten Runden Tisch zur Anpassung der Außenems an die Schifffahrt hat Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Vorstandsmitglied beim Naturschutzverband BUND, gestern in Hannover die Pläne von Wirtschafts- und Umweltministerium scharf kritisiert. Mit den Worten „Wir kennen nur das Ziel, aber noch längst nicht die Folgen“ warnte Bodenstein-Desler vor einem Ausbaggern der Außenems um einen Meter. Bei anderen Flüssen habe man gesehen, welche Auswirkungen schon kleine Korrekturen am Flusslauf auf das Ökosystem hätten. „Wir werden einen höheren Tidenhub haben, der sich auf alle Natura-2000-Gebiete in der Region auswirken wird, und es wird auch viel mehr Sediment im Fluss in Bewegung gebracht.“ Darüber hinaus werde der Masterplan Außenems, der 2050 greifen und das Ökosystem Ems sichern soll, unterwandert. „Denn in den Berechnungen für den Masterplan haben wir eine um einen Meter vertiefte Außenems ja gar nicht mitberechnet“, sagt Bodenstein-Dresler. Besonders verärgert ist er jedoch, dass die Landespolitik ein Versprechen gebrochen hat. „Damals, beim Bau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven, hat man uns Naturschutzverbänden versichert, das würde die letzte Vertiefung im Bereich der Flussmündungen Ems, Elbe und Weser sein. Und jetzt wird schon wieder gebaggert.“ https://soundcloud.com/user-385595761/fahrrinne-ausenems-kann-angepasst-werden Umweltminister Olaf Lies, der anders als sein Amtsvorgänger Stefan Wenzel die erneute Vertiefung der Außenems befürwortet, rechtfertigt den Entschluss damit, dass es dieses Mal einen innovativen Plan zum Umgang mit dem Sediment gebe und das Ökosystem den Eingriff daher verkraften könne. „Es muss gute wirtschaftliche Gründe geben, um einen solchen Eingriff in die Ökologie zu rechtfertigen, und die sind an der Außenems gegeben. Ich vertrete die Ansicht, dass das, was ökonomisch sinnvoll und ökologisch vertretbar ist, auch umgesetzt werden muss.“ Mit der Vertiefung der Außenems soll die Fahrrinne des Flusses für den Schiffverkehr besser passierbar werden, vor allem für die in den vergangenen Jahren größer gewordenen Kreuzfahrtschiffe. Diese werden in der Meyer-Werft gebaut und über die Ems in die Nordsee überführt.
Dieser Artikel erschien in Ausgabe #136.
Martin Brüning
AutorMartin Brüning