Diesel: Minister fordern vom Bund Hardware-Nachrüstungen
Ein neues Gutachten bereitet derzeit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Kopfzerbrechen. Denn eine von seinem Haus bei der Technischen Universität München in Auftrag gegebene Studie kommt zu dem Schluss, dass Hardwarenachrüstungen auch an älteren Dieselfahrzeugen nicht nur technisch und wirtschaftlich möglich, sondern auch am besten von den Fahrzeugherstellern selbst vorzunehmen seien. „Eine Nachrüstung durch die Fahrzeughersteller stellt eindeutig die beste und sicherste Lösung dar“, heißt es in der Zusammenfassung des Gutachtens. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies fordert deshalb von Scheuer, möglichst schnell die offenen rechtlichen Fragen zu Hardwarenachrüstungen zu klären. Etwa, wie es sich mit der Zulassung nachgerüsteter Fahrzeuge verhält und welche Gewährleistungsansprüche die Autobesitzer hätten, damit die Autobauer Rechtssicherheit hätten, wenn sie nachrüsten. „Denn die Studie der TU München belegt, dass Hardwarenachrüstungen mit verträglichem Aufwand machbar sind“, sagt Lies gegenüber dem Politikjournal Rundblick.
Lesen Sie auch: Energiestudie: Wir fahren auch 2040 noch mit DieselmotorenLies zu drohenden Fahrverboten: „Bund und Autoindustrie müssen liefern“
Auch Wirtschaftsminister Bernd Althusmann will, dass der Bund Tempo macht. „Wir brauchen Lösungen, die sich zeitnah umsetzen lassen und nicht erst in mehreren Jahren.“ Noch immer gebe es viele Fragezeichen bei den aufwändigen Zulassungsverfahren. Allerdings glaubt der Wirtschaftsminister, dass auch Hardwarenachrüstungen älterer Dieselfahrzeuge nicht das Allheilmittel sind. „Die bisherigen Vorschläge gehen mit einem deutlichen Mehrverbrauch und erhöhtem CO₂-Ausstoß einher.“ Um die Stickoxid-Werte zu senken und Fahrverbote zu verhindern, helfe langfristig nur eine Mischung aus intelligenter Verkehrsführung, moderner Dieseltechnologie und einem attraktiven öffentlichen Nahverkehr.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #82.