14. Feb. 2022
Dossiers

Dossier: Wie verändert die Pandemie unsere Gesellschaft?

Die Corona-Pandemie hat die Gesellschaft verändert. Aber wie? In den vergangenen Jahren hat das Politikjournal Rundblick immer wieder auf besondere Aspekte unseres Zusammenlebens geschaut, die durch das Virus auf besondere Weise beeinflusst worden sind. In diesem Dossier stellt die Redaktion Texte ganz verschiedener Coleur zusammen, die sich alle um die Frage drehen: Was hat die Pandemie mit uns gemacht?


TagesKolumne: Was bleibt?

Zum Teufel mit Corona: Das Titelbild der heutigen Rundblick-Sonderausgabe | Foto: GettyImages/herraez

Geradezu fließend stellt sich der Übergang vom einen in den anderen Krisenmodus dar. Dabei sind geordnete Abschlüsse und gestaltete Übergänge für den Menschen so wichtig. Auch das haben viele in der Corona-Pandemie gelernt: Wenn das Wohnzimmer zeitgleich der Arbeitsplatz ist, sind die Grenzen zwischen Job und Feierabend kaum noch zu erkennen. Das belastet die Psyche – so wie es die überlappenden Krisen nun tun. Mehr lesen


Warum der dauernde Krisenmodus Beteiligte und Beobachter krank macht

Zwei Jahre Corona: Kommentar von Klaus Wallbaum I Foto: Henning Scheffen, GettyImages/Ignatiev

Man stelle sich vor, im Kino läuft ein neunzigminütiger Film. Das Szenenbild ändert sich nicht, die wesentlichen handelnden Akteure sind immer die gleichen. Gesendet wird das Bild aus der Einsatzzentrale der Feuerwehr bei einem Waldbrand. Die ganze Zeit über wird vorgeführt, wie die Krisenmanager die Lage beurteilen und wie sie darüber beraten, ob die Flammen weiter vordringen oder Löschaktionen erfolgreich sind, welche neuen Gebiete wie stark betroffen sind, wo das Holz besonders trocken und damit leicht entzündbar ist, ob man die Anwohner evakuieren oder nur mit Rauchmasken ausstatten sollte, welche Helfer mobilisiert werden und welche Löschmittel besonders effektiv, welche anderen nutzlos sind. Ab und zu treten von außen ein paar Experten hinzu mit neuen Forschungserkenntnissen. Die einen sagen, das Feuer werde von allein bald ausgehen. Die anderen entgegnen, der Waldbrand werde bald riesige Flächen vernichtet haben. Keiner weiß es genau, deshalb nennen alle ihre Prognosen „vorläufig“ und kündigen neue Untersuchungen an. Mehr lesen


Corona hat gezeigt, dass eigentlich Unmögliches doch möglich sein kann

Zwei Jahre Corona: Kommentar von Niklas Kleinwächter I Foto: Henning Scheffen, GettyImages/JM_Image_Factory

Von Bundeskanzlerin a.D. Angela Merkel stammt der Satz: „Politik ist das, was möglich ist.“ Mit diesem maximal pragmatischen Politikverständnis hat sie die Bundesrepublik 16 Jahre lang durch diverse Krisen geführt. Als eine visionäre Vordenkerin, eine Politikerin, die mit Pathos für das Unmögliche kämpfte, ist sie da niemandem aufgefallen. So ist es fast ironisch, dass gerade zum Ende ihrer Amtszeit das scheinbar Unmögliche mit einer Wucht zum Möglichen und damit zu ihrer Politik werden konnte. Mehr lesen


Corona verhinderte die Kultur, damit wurde die Identitätsfindung blockiert

Zwei Jahre Corona: Kommentar von Tomas Lada I Foto: GettyImages/mel-nik, Henning Scheffen

Am 7. März 2020, vor etwas mehr als zwei Jahren, erlebte die Landeshauptstadt das letzte Großkonzert vor dem ersten Corona- und langwierigen Kultur-Lockdown. Popstar Johannes Oerding sang von „guten Tagen“, ein Lied über blinde Passagiere, „Anfassen“ und „Alles Okay“ in der ausverkauften TUI-Arena vor rund 10.000 dicht an dicht gedrängten Fans. Das Corona-Virus war zu diesem Zeitpunkt schon längst in Deutschland angekommen, sodass vielerorts vorsichtshalber auf das gängige Händeschütteln verzichtet und stattdessen die „Corona-Faust“ als Begrüßungsritual eingeführt worden war. Hier und da wurde bereitwillig etwas mehr Abstand zu Mitmenschen eingehalten. An diesem Abend schien insgesamt durchaus noch „Alles Okay“. Mehr lesen


Was ist noch wahr? Corona-Leugner schädigen den Diskurs um die Realität

Zwei Jahre Corona: Kommentar von Audrey-Lynn Struck I Foto: Henning Scheffen, Canva

Die Sonne dreht sich um die Erde. Diese Aussage galt viele Jahrhunderte lang als wahr. Erst die Wissenschaft brachte diese Annahme ins Wanken. Durch ihre Argumente. Doch was hätte der Astronom Nikolaus Kopernikus gemacht, wenn niemand auf ihn gehört hätte? Da stellt er seine neuveröffentlichte Schrift vor, als sich plötzlich ein junger Mann mit einem überlegenen Lächeln auf dem Gesicht vor ihm aufbaut und den Kopf schüttelt: „Das ganze stimmt doch nicht.“ Kopernikus ist kurz irritiert, aber – ganz Wissenschaftler – erklärt er noch einmal ganz geduldig seine Erkenntnisse. Bei seinen Ausführungen achtet er dieses Mal ganz besonders darauf, es für einen Laien so simpel wie möglich zu erklären. Doch der Mann schüttelt erneut den Kopf und meint: „Deine Fakten sind falsch.“ Und mit diesen Worten lässt er den sprachlosen Kopernikus stehen. Mehr lesen


Corona liefert den Beleg: Solidarität ist nun mal kein Selbstläufer

2 Jahre Corona_Christian Wilhelm LinkI Foto: Henning Scheffen, Canva

Im Prinzip ist das Zusammenleben in einer Republik gar nicht so schwer. Jeder gibt ein paar seiner persönlichen Freiheiten auf und etwas von seinem Eigentum ab, damit am Ende alle gemeinsam in Freiheit und Würde zusammenleben können. Das läuft zugegebenermaßen nicht immer optimal und führt erfahrungsgemäß zu mehr Ungerechtigkeiten als es eigentlich sollte. Insbesondere dann, wenn es ums Geld geht, erleben wir teilweise massive Verteilungskämpfe und die Außerkraftsetzung des Solidaritätsprinzips. Mehr lesen


Wie junge Familien durch die Krise kommen

Im ersten Lockdown waren Spielplätze abgesperrt | Foto: nkw

Das Virus mache alle gleich, hieß es zu Anfang. Doch bei genauerer Betrachtung kann davon keine Rede sein. Menschen, die auf Pflege angewiesen sind oder in Heimen wohnen, erleben die Krise ganz anders als jüngere, gesunde Menschen. Und Familien mit kleinen Kindern stehen vor ganz anderen Herausforderungen als Alleinstehende oder kinderlose Paare. Und selbst innerhalb der Gruppe der jungen Familien kann sich die aktuelle Situation ganz unterschiedlich darstellen. Drei Familien haben uns erzählt, wie sie die Corona-Krise erleben. Mehr lesen


Was liest man in der Corona-Krise?

Jeder kennt jetzt "Die Pest" von Camus. Oder? | Foto: monticellllo

Seit ein paar Wochen arbeitet Sofie Rieskamp im zweiten Stock der Buchhandlung „Bültmann & Gerriets“ in der Oldenburger Innenstadt. Als es im Laden unten still geworden war, tobte hier oben das Hauptgeschäft. Die Auszubildende bearbeitet dort die Online-Bestellungen und hat damit jede Menge zu tun, fast im Akkord packt sie Bücher ein und verschickt sie per Kurier. „Insgesamt werden mehr Bücher gekauft“, meint Rieskamp und ist mit dieser Einschätzung nicht allein. Mehr lesen


Wie Besuche in Altersheimen doch möglich gemacht werden

Mit Videochats oder am geöffneten Fenster sollen ältere Menschen den Kontakt zu ihren Angehörigen pflegen | Foto: Milan_Jovic/Gettyimages

Einmal pro Woche kommt ein Künstler in den Wohnpark Kastanienhof in Hannover. Mit Klavier, Ziehorgel oder Gitarre versetzt er die Bewohner mit Gassenhauern aus den Fünfzigern zurück in eine andere, vielleicht unbeschwertere Zeit. Doch im Moment können die Auftritte der Musiker, die für die Bewohner Stücke aus der längst vergangenen Jugend spielen, nicht mehr in den Gemeinschaftsräumen der Seniorenresidenz stattfinden. Die Schutzmaßnahmen vor der Ausbreitung des Corona-Virus zwingen Robert Dabrowski und sein Team zu neuen Wegen. Mehr lesen