Drei Landesbanken sollen Interesse am Einstieg in der Nord/LB bekundet haben
Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU), Vorsitzender des Nord/LB-Aufsichtsrates, wird heute im Haushaltsausschuss des Landtags über die aktuellen Entwicklungen bei der Norddeutschen Landesbank berichten. Das Institut braucht eine Kapitalspritze von drei bis fünf Milliarden Euro, um beim bevorstehenden Stresstest eine gute Bewertung zu erhalten und für die Zukunft besser gerüstet zu sein. Mögliche Investoren waren aufgefordert, bis zum vorgestrigen Montag ihr mögliches Interesse an einem finanziellen Einstieg in der Nord/LB zu bekunden – allerdings völlig unverbindlich. Nach Informationen des Politikjournals Rundblick haben sich sehr viele Interessenten gemeldet, darunter die Landesbanken in Baden-Württemberg, Hessen-Thüringen und Bayern. Auch die Commerzbank soll dazu gehören, ebenso wie internationale Finanzinvestoren wie Cerberus und Apollo. Widersprüchliche Angaben gibt es in informierten Kreisen dazu, ob auch internationale Banken (etwa aus China) zu den Interessenten zählen.
Die Nord/LB muss nun entscheiden, wen sie dazu einlädt, Einblick in ihre Daten zu nehmen. Als Gegenleistung müssen die Interessenten versichern, ihre Erkenntnisse höchst vertraulich zu halten. Im nächsten Schritt, der in einigen Wochen ansteht, dürfte sich dann herausschälen, mit wem die Nord/LB in konkrete Verhandlungen tritt. Zwei Varianten wären vorstellbar, die reine finanzielle Verstärkung der Nord/LB über einen zusätzlichen Miteigentümer – oder auch die Fusion der Nord/LB mit einer anderen Landesbank. Der Grünen-Finanzexperte Stefan Wenzel erklärte gestern, auch über „eine sehr deutliche Schrumpfung der Bank“ und den Verkauf werthaltiger Teile müsse nachgedacht werden. In Betracht komme auch die Option von „stillen Gesellschaftern“: Das wäre eine Beteiligung von Kapitalgebern, die dann kein Stimmrecht bei Entscheidungen der Nord/LB ausüben können.Dieser Artikel erschien in Ausgabe #178.